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Gesamtwertung 85 %
20. Juli 1944, 0:15 Uhr: Mit dem Ruf „Es lebe unser heiliges Deutschland“ auf den Lippen stirbt Claus Schenk Graf von Stauffenberg durch die Gewehrsalven eines Wachbataillons. Die aufwendige TV Produktion anlässlich des fünfzigsten Jahrestages des gescheiterten Putschversuchs kommt auf DVD zu Euch nach Hause, wir haben sie uns bereits angesehen...
Studio / Verleih: Eurovideo Genre: Drama System: DVD-Video Release: 20. Juli 2004
Der Film Dies ist die Geschichte hochrangiger Offiziere der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Die Geschichte von Männern, die Adolf Hitler anfangs aufgeschlossen gegenüber standen, dann aber an ihm zweifelten – und sich schließlich zum Widerstand entschlossen. Ein Widerstand, der im Attentat vom 20. Juli 1944 seinen tragischen Höhepunkt fand. Und der aufs engste mit der Person des jungen Offiziers Claus Schenk Graf von Stauffenberg verbunden ist.
Zum Hintergrund: Stauffenbergs (korrekt wäre: Schenk von Stauffenbergs) militärische Stationen im "3. Reich": 1939 Polen, 1942 Weißrußland, 1943 Ostpreußen, dann Versetzung nach Tunesien. Dort Verlust einer Hand und eines Auges. Ab 1944 Stabschef des Befehlshabers des Ersatzheers mit Sitz in Berlin. Verheiratet seit 1933 mit Nina (schreibt viele Briefe an sie, in welchen seine langsame Abwendung von Hitler nachvollziehbar wäre, dies kommt im Film leider nur andeutungsweise vor), 5 Kinder, am selben Tag des mißglückten Attentas auf Hitler von einem "Standgericht" zum Tode verurteilt und erschossen. Seine Familie bleibt unversehrt.
Kritik: Schenk von Stauffenberg legt am 20.7.1944 im Hauptquartier Hitlers bei Rastenburg eine Bombe, fliegt zurück nach Berlin und löst dort einen Putsch gegen das nationalsozialistische Regierungs-System aus ("Walküre" wird ausgerufen). Warum das Attentat und der Putsch scheitern wird im Film hervorragend geschildert, glaubwürdig und ohne Übertreibungen herausgearbeitet. Die Komplizen von Stauffenberg bleiben in diesem Film jedoch blaß, nicht einmal die vollen Namen werden genannt (Henning Wer?, Margarete Wie?, ein gewisser XY? Tresko).
Mich hätte interessiert, wie ein Mann von diesem Hintergrund zu seiner Überzeugung, einen Mord begehen zu müssen, gelangt. Der chronologische Abriß seiner Stationen an den einzelnen Fronten ist zu schnell und zu abgerissen, um dies zu leisten. Was Schenk von Stauffenberg für ein Mensch war, bleibt seltsam undurchsichtig, er bekommt wenig Tiefe und damit wenig Menschliches.
Ob dieser Film dem Anspruch der immer wiederkehrenden Aufklärung der Menschheit über die Greuel der Nazis gerecht wird, ist mehr als fraglich. Als Kurzinformation über die genauen Abläufe des 20.7.44 ist er sehr gut, nicht aber informiert er über Hintergründe, Ausweglosigkeit und Auswirkungen. In einer Zeit der täglichen Anschläge einzelner auf Viele aufgrund persönlicher Überzeugungen, könnte man mehr erwarten!
Das Bild Von augeglichener und zufriedenstellender Qualität zeigt sich das Bild. Keine wirklichen Stärken und Schwächen, die Schärfe und der Kontrast würde ich als angenehm bezeichnen, die Farben ebenfalls. Zu einer höheren Bewertung möchte ich nicht greifen, sieht man dem Bild doch etwas an, dass es sich hierbei - um eine zwar aufwendige - TV Produktion handelt, bei der der historische Hintergrund im Mittelpunkt des Interesses stand.
Der Ton In zwei Varianten wird der Ton auf der DVD angeboten, einerseits als Dolby Digital 2.0 Stereo Fassung, andererseits als Dolby Digital 5.1 Fassung - welche sich auch wirklich gut anhört. Sicherlich hätte man gerade in Punkto 5.1 Digitaleffekte mehr machen können, so richtig mit Power ausgefüllt wird da das Wohnzimmer nicht, jedoch lässt sich auch die Soundausstattung als angenehm bezeichnen.
Die Ausstattung Leider gibt es auf der DVD neben dem interaktiven und animierten Menü nur ein Making of zu sehen. Dieses ist zwar gut gelungen, jedoch hätte ich mir hier etwas mehr erwartet, Produktionsnotizen sowie weitere geschichtliche Rahmeninformationen hätten der DVD sicherlich gut zu Gesicht gestanden.
Das Fazit Grundsätzlich ein gut gemachter Film mit den angesprochenen Schwächen in Punkte Erläuterung der Entwicklung von Stauffenberg von "pro-Hitler" zu "Contra-Hitler". Was der Film zeigt, ist gelungen, jedoch hätte man noch etwas mehr Tiefgang hineinbringen können und die Basis etwas weiter ausbauen - vermutlich wäre ein ZWeiteiler nicht die falsche Entscheidung gewesen. Enttäuschend leider die zu dünn ausgefallene Extra-Ausstattung.
Die technischen Daten Laufzeit: 92 Minuten Sprache: Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1 Untertitel: keine Bildformat: 16:9 anamorph Regie: Dr. Jo Baier Darsteller: Sebastian Koch, Ulrich Tukur FSK: freigegeben ab 12 Jahren Preis: ca. 18.- Euro
Die Bewertung Film: 82 % Bild: 88 % Ton: 85 % Extras: 70 % Gesamt: 85 % |