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Jack the Ripper PDF Drucken
Geschrieben von [AL]   
Sonntag, 10. Oktober 2004

Gesamtwertung 71 %

Am Ende des 19. jahrhunderts tötet ein offenbar wahnsiniger Killer im Londoner Slum Whitechapel wahllos Prostituerte. Scotland Yard beauftragt seinen besten Mann, den Killer zur Strecke zu bringen.

Studio / Verleih: Splendid Entertainment
Gerne: Horror / Thriller
System: DVD-Video
Release: 13. August 2004

Der Film
Inspektor Fred Abberline (gespielt von Michael Caine) wird mit der Lösung der Morde an den Prostituerten beauftragt. Unterstützt von Sgt. George Godley (Lewis Collins) soll er die Morde in Whitechapel aufklären. George Godley ist nicht nur ein Kollege von Abberline sondern auch ein guter Freund.

Nicht selten versucht Godley seinen Vorgesetzen Abberline von seiner Trinksucht fernzuhalten. Die Ermittlungen sind zunächst von dem Hellseher Robert James Lees geprägt, der von sich behauptet die Morde vorauszusehen. Eine weiterer Verdächtiger ist der Schauspieler Richard Mansfield (gespielt von Armand Assante). Mansfield erregt großes Aufsehen durch seine überaus reale schauspielerische Leistung in dem Theaterstück „Dr. Jekyll und Mr. Hide“. Er spielt die Rolle so überzeugend, dass man glaubt, er könnte als Täter in Betracht kommen. Doch als Gerüchte aufkommen, daß der Erbprinz (und wahrscheinlich der nächste König von England) Prinz Albert Victor sich regelmäßig in den Bordellen Whitechapel´s aufgehalten haben soll, muss Abberline auch eine nie geahnte Alternative für den Prostituerten-Mörder in Betracht ziehen.

Als der Mörder trotz laufender Ermittlungen und auch nach Verstärkung der Polizeikräfte immer noch weitermordet, entschließt sich ein Teil der Bevölkerung eine Bürgerwehr zu gründen. Sie möchte den Täter auf eigene Faust fassen. Inzwischen erreicht der Mörder unter dem Namen „Jack the Ripper“ traurige Popularität, als diverse Zeitungen Briefe des angeblichen Mörders erhalten. Die ganze Situation scheint außer Kontrolle zu geraten. Als der Mörder sogar Organe seiner Opfer an die Zeitungen verschickt, und sich danach die Bürgerwehr gegen die Polizei wendet, scheint die gesamte Situation für Abberline und die Polizei zu eskalieren.  

Im direkten Vergleich zu dem Film „From Hell“ (vom Jahr 2000 von den Hughes Brüdern) hat diese „Jack The Ripper“ -  Verfilmung einen grossen Vorteil. Auf Grund dessen, dass sich der Film über 2 Teile von je über 90 Minuten erstrecken kann, ist er in der Lage die Geschichte sehr ausführlich zu erzählen. Nahezu alle Charaktere die aus der „Jack the Ripper“ Geschichte bekannt sind, erscheinen in diesem Film. Diese Möglichkeit hatte „From Hell“ auf Grund der Konzeption als (kürzerer) Kinofilm nicht. Der Film bemüht sich historisch (so weit dies überhaupt machbar ist) die Fakten korrekt darzustellen. Was mich sehr beeindruckte war Michael Caine´s schauspielerische Leistung. Die Rolle des charismatischen Inspektor Abberline verkörpert er perfekt. Für seine Rolle als Inspektor Aberline erhielt 1989 Caine den Golden Globe. Doch auch sein Ermittlungshelfer Lewis Collins aka Sgt. George Godley kann absolut in seiner Rolle überzeugen. Die beiden harmonieren perfekt und sie schaffen es den Zuschauer als eingespieltes Scotland Yard Team in einigen Szenen trotz der ernsten Story zum Lachen zu bringen.

Ex Bond Girl Jane Seymour spielt eine kleine Rolle als ehemalige Geliebte von Fred Abberline. Sehr gut spielt auch Armand Assante seine Rolle als Richard Mansfield. Die Szenen in dem Theater als er die Verwandlung von Dr. Jekyll in Mr. Hide darstellt gehören zu den Höhepunkten dieses TV Werkes. Ein wirklich sehr gelungenes Casting.

Die Ausstattung des Filmes ist sehr aufwändig und bemüht sich um historische Korrektheit. Die Kostüme und das Make-up – alles wirkt sehr authentisch.

Das Bild
Das Bild ist leicht verrauscht und stellenweise etwas unscharf. Für eine TV Produktion aus dem Jahre 1988 aber absolut akzeptabel.

Der Ton
Diese DVD Veröffentlichung bietet eine englische Dolby Digital 5.1 sowie eine deutsche Dolby Digital 2.0 Tonspur. Die englische Fassung ist zu favorisieren, da sie dem Film mehr Authentizität verleiht. Trotz der 5.1 Codierung bietet der englische Soundtrack keine nennenswerten tonalen Vorteile gegenüber der deutschen Dolby Surround Tonspur. Es gibt keine spektakulären Toneffekte, die Musik ist bei beiden Tracks dominant.

Die Ausstattung
-Audio Kommentar mit Regisseur/Produzent David Wickes / Susan Davies (die für den Film fast 4 Jahre lang Details und Akten zum Jack the Ripper untersuchte)  / Journalist Jonathan Sothcott (englischer Filmexperte der schon für mehrere DVD´s Audiokommentare gemacht hat)
- Dokumentation über die Jack the Ripper Morde (7 Minuten)
- Totenscheine (Scans der originalen Totenscheine der Opfer)
- Die Akte (in deutsch übersetzte Auszüge aus der original Polizei-Akte des „Jack the Ripper“ Falles, die sich primär mit den Resultaten der Autopsien beschäftigen)
- Unveröffentlichte Szenen mit Barry Foster (der vor Michael Caine für die Rolle des Inspektor Abberline gecasted worden war) – ca. 20 Minuten

Das Fazit
Im Vergleich zum „From Hell“ -  Film hält sich der Film mehr an die historischen Fakten. Wie bereits erwähnt kann der TV 2-Teiler durch seine Länge mehr verschiedene Charaktere in die Geschichte einbringen. Wer also eine realistische Umsetzung der „Jack the Ripper“ - Geschichte sehen möchte ist mit diesem Fernsehfilm bestens beraten. Zudem bietet die DVD einige gute Extras. Dem Film „From Hell“ gelingt es eine dichtere und düstere Atmosphäre zu schaffen, erlaubt sich aber einige historische Freiheiten. Wer sich für eine gelungene filmische Umsetzung der Geschichte interessiert, sollte sich am Besten beide DVD´s zulegen.

Die technischen Daten
Produktion: Euston Films (1988)
Laufzeit: Teil 1: 96 Minuten / Teil 2: 93 Minuten
Sprache: Dolby Digital 2.0 in Deutsch, Dolby Digital 5.1 in Englisch, DD 2.0 Audiokommentar
Untertitel: deutsch
Bildformat: Widescreen 16:9 (anamorph)
Regie: David Wickes
Darsteller: Michael Caine, Armand Assante, Jane Seymour, Lewis Collins
FSK: ab 16 Jahren
Preis: ca. 16.- Euro

Die Bewertung
Film: 85 %
Bild: 65 %
Ton: 50 %
Extras: 85 %
Gesamt: 71 %

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 8. Oktober 2004 )
 
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