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Fruehling, Sommer, Herbst, Winter ... und Fruehling PDF Drucken
Geschrieben von [FB]   
Sonntag, 9. Januar 2005

Gesamtwertung 66 %

Vom Leben und Sterben buddhistischer Mönche, ihren Meistern und ihren Schülern, erzählt uns Kim Ki-duk in diesem Film.

Studio/Verleih: Korea Pictures, Arthaus
Genre: Drama
System: Region 2, PAL, DVD 9
Release Datum: 02.11.2004

Der Film:
Wie der Titel schon nahe legt, ist die Handlung des Films in fünf Erzählabschnitte gegliedert, die durch die Jahreszeiten symbolisiert werden und gleichzeitig sinnbildlich sind für das Heranreifen der Hauptfigur, einem buddhistischem Mönch.
Im Frühling ist er noch ein kleiner Junge, der zu seiner Belustigung Tiere quält, indem er ihnen einen Stein umbindet. Doch sein Meister tut es ihm gleich und, einen Stein am eigenen Rücken tragend, erkennt er die Grausamkeit seiner Handlung.

Im Sommer kommt eine junge Frau in das Tempel-Haus. Sie ist krank und soll in der Abgeschiedenheit des Sees wieder genesen. Der Mönch, mittlerweile ein heranwachsender Mann, fühlt sich zu ihr hingezogen und macht mit ihr seine ersten sexuellen Erfahrungen. Als sie wieder gesund ist und das Tempel-Haus verlassen soll, entscheidet er sich für ein Leben mit ihr und schlägt die Warnungen seines Meisters in den Wind.

Im Herbst kommt er  zurück - ein gebrochener, von Selbst- und Welthass zerfressener Mann, der seine Frau ermordet hat und auf der Flucht ist. Der Meister versucht, seine Seele zu heilen. Doch die Justiz holt ihn ein und in Handschellen wird er vom Tempelhaus weggebracht.
Im Winter ist er ein reifer Mann (wegen dem Ausfall eines Schauspielers übernahm Kim Ki-duk diese Rolle selbst), der seine Vergehen gesühnt hat und zum Haus auf dem nun gefrorenen See zurückkehrt. Sein Meister hat sich mittlerweile selbst verbrannt und er ist mit dessen Geist in Form einer Schlange allein, bis eine vermummte Frau einen Säugling zu ihm bringt.

Im Frühling dann, ist aus dem Säugling ein kleiner Junge geworden, der nun wiederum Tiere zum Spaß quält…

Das Bild:
Das Bild ist scharf und flimmerfrei, die Farben sind kräftig und die Aufnahmen des Sees und der angrenzenden Landschaft sind mit Bedacht ausgewählt und eingefangen.
 
Der Ton:
Der Ton ist sehr gut. Es gibt keinerlei Störgeräusche und dafür dass der Film eigentlich recht ruhig ist, nutzt er die Speaker doch relativ gut aus. Die deutsche Synchronisation ist in Ordnung.

Ausstattung:
Neben dem Originaltrailer und weiteren Trailern befinden sich auf der DVD eine „Deleted Scene“, die aus nahe liegenden Gründen von Kim Ki-duk aus dem Ende des Films entfernt wurde und einige unkommentierte Aufnahmen von den Dreharbeiten. Außerdem enthält die Scheibe eine deutsche Hörfassung für Blinde. Weitere Extras und vor allem informativere Extras wären hier schön gewesen.

Fazit:
Kim Ki-duk, dessen Filme im Allgemeinen durch malerische Schönheit und erstaunliche Brutalität gekennzeichnet sind, weicht auch hier von seinen gewohnten Pfaden wenig ab.

Zwar legt das Thema des Films auf den ersten Blick nah, dass es sich bei „Frühling, Sommer…“ um ein zutiefst spirituelles Werk handelt, doch wirklich sinnsuchenden Menschen wird Kims Mönchsdrama keine tiefere Erkenntnis bringen. Zu unausgeglichen wirkt die Inszenierung und die kunstvoll aufgebaute Symbolik wird durch den allzu tiefen Griff in die Kiste der Unwahrheiten bald zerstört. Dass der Mönch gleich zum Mörder werden muss und es nicht bei einer Andeutung der ihn beherrschenden Aggressionen bleiben kann, ist ein gutes Beispiel dafür, wie fahrlässig Kim Ki-duk mit der Bedeutungsträchtigkeit seiner Handlungselemente umgeht. Denn die Welt außerhalb des Tempels ist eine brutale Welt, aber im Normalfall ist ein Mord doch das äußerste Extrem davon.

Zwar kann man Kim Ki-duk nicht zum Vorwurf machen, dass er uns nicht in eine harmonische Stimmung versetzt. Wohl aber darf man sich wundern, warum er alle Voraussetzungen für eine philosophische Parabel zunächst perfekt erschafft, wenn er sie dann kurz danach selbst wieder zerstört. Von Unfähigkeit kann hier also keine Rede sein. Eher von Unwillen und das ist ja fast noch ärgerlicher. Zu seiner Entschuldigung sei allerdings erwähnt, dass er kein Buddhist ist, sondern Christ. Ein Fakt der vielleicht einiges erklärt.

Technische Daten:
Laufzeit: 86 Minuten
Regie: Kim Ki-duk
Hauptdarsteller: Oh Young-soo, Kim Ki-duk
Bild: 16:9, 1.85:1
Audio: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsche Hörfassung für Blinde, Koreanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch (optional)
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Preis: ca. 15 Euro

Bewertung:
Sound: 80 %
Bild: 85 %
Film: 60 % 
Ausstattung: 40 %
Gesamtbewertung: 66 %

Letzte Aktualisierung ( Montag, 3. Januar 2005 )
 
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