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Gesamtwertung 67 %
Was macht einen wirklich guten Vater aus? Mit der Frage nach der Wichtigkeit des IQs und des EQs beschäftigt sich dieses Sorgerechtsdrama.
Studio/Verleih: Alliance Atlantis, New Line Cinema Genre: Drama System: DVD-Video, Region 1 Release Datum: 18.06.2002
Der Film: Der geistig zurückgebliebene Sam (Sean Penn) meistert sein Leben eigentlich ganz gut alleine. Er hat einen Job in einer Kaffeebar und einen engen Freundeskreis, der ihm Halt gibt. Doch als eine obdachlose Frau von ihm schwanger wird und ihn nach der Entbindung einfach mit dem Neugeborenen sitzen lässt, hat er ein ernsthaftes Problem. Er weiß weder, wie er das Baby wickeln soll, noch wie oft es gefüttert werden muss. Doch zum Glück bekommt er Hilfe von seiner Nachbarin Annie, die ihm mit Rat und Tat zur Seite steht.
Einige Jahre später ist aus Lucy ein äußerst intelligentes kleines Mädchen geworden. Doch kurz nach ihrer Einschulung wird das Jugendamt auf die beiden aufmerksam und versucht Sam, mit der Begründung, er gäbe als geistig Behinderter keinen guten Vater ab, das Sorgerecht für seine Tochter zu entziehen.
Mit Hilfe der energischen Anwältin Rita Harrison (Michelle Pfeiffer) beginnt er den langen Kampf um seine Tochter.
Das Bild: Beim Bild gibt es keine Klagen. Es ist scharf und frei von Störungen oder Flimmern. Die Farben sind kräftig. Der Ton: Beim Ton sind keine Störungen zu erkennen, allerdings macht sich die 5.1 Umsetzung auch nicht bemerkbar. Der Soundtrack mag auf CD nett anzuhören sein, im Film sorgt er allerdings mehr als einmal für inkongruente Stimmungsmomente. Denn statt die Melancholie oder Dramatik einer Szene zu unterstreichen bemüht sich der Score oft um eine Witzigkeit, die das Drehbuch absolut nicht hergibt.
Ausstattung: Die Ausstattung der Disc ist recht großzügig. Neben dem Originaltrailer, dem einblendbaren Audiokommentar, sowie einigen „Deleted Scenes“, sind Texttafeln mit Informationen zur Crew und den Darstellern enthalten. Zusätzlich gibt es noch die Dokumentation „Becoming Sam“, in der unter anderem die Inspiration zum Film, die Besetzung der Rollen und Überlegungen zum Soundtrack ausführlich thematisiert werden.
Fazit: „I am Sam“ ist eines jener Hollywooddramen, die es wie Sand am Meer gibt. Filme, die sich hüten, uns ernsthaft mit zu schwerer Kost zu belasten, die es gleichzeitig aber aufgrund mangelnden komödiantischen Potentials auch nicht wirklich schaffen, uns zum Lachen zu bringen. (Obwohl sie dahingehend ständig unentschlossene Versuche unternehmen – schon allein um dann später vom dankbaren Publikum als „herzerweichendes Melodram“ bezeichnet zu werden.) Einzig Seans Penns schauspielerische Leistung ist hier herausragend und tatsächlich einer Erwähnung wert. Die überkandidelt agierende Michelle Pfeiffer geht in dem allzu kitschigen und unglaubwürdigen Plot völlig unter. Denn ihre Wandlung von der aggressiven, unsozialen Anwältin zur einsichtigen und hilfsbereiten Mutter Theresa ist dann doch etwas zu dick aufgetragen. Und das ist leider nicht die einzige wundersame Verwandlung, die wir miterleben dürfen.
Zwar wurde auf das in diesem Genre typische Standard-Happy End verzichtet, doch sind die langatmigen Irrungen und Wirrungen die man stattdessen vorgesetzt bekommt mit 134 Minuten Nervenstärke recht teuer bezahlt. Davon abgesehen ändert es nichts am Gesamteindruck des Films. Der ist, von Sean Penn einmal abgesehen, einfach unerhebliche Massenwahre - gemacht für Menschen, die tiefere Emotionen lieber vermeiden möchten.
Wer allerdings seichten Herzschmerz-Schmalz mit sanftem Druck auf die Tränendrüse mag, sollte hier bedenkenlos zugreifen, denn in dieser Kategorie ist „I am Sam“ ein Meister seiner Klasse.
Technische Daten: Laufzeit: 134 Minuten Regie: Jessie Nelson Hauptdarsteller: Sean Penn, Michelle Pfeiffer, Laura Dern, Dianne Wiest Bild: Anamophic Widescreen 1.85:1 Audio: Englisch (Dolby Digital 5.1, DTS 5.1) Französisch (Dolby Stereo 2.0) Untertitel: Englisch (optional) FSK: PG-13 Preis: ca. 15 Euro
Bewertung: Sound: 65 % Bild: 80 % Film: 42 % Ausstattung: 80 % Gesamtbewertung: 67 % |