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Gesamtwertung 80 %
Adam Rifkin zeigt in seiner spaßigen Teenie-Komödie die irrwitzige Odyssee vierer Jungs auf dem Weg zu der Erfüllung ihres größten Wunsches und liefert nebenbei eine Liebeserklärung an die Musik und Teenie-Kultur der späten 70er ab.
Studio/Verleih: New Line Cinema / Kinowelt Genre: Teenie-Komödie System: Video DVD Release-Datum: 27. Juni 2000
Der Film 1978: Hawk, Trip, Jam und Lex sind die dicksten Freunde. Das einzige, was sie mehr interessiert, als gegen ihre Eltern zu rebellieren, ist, auf das KISS-Konzert in Detroit zu gehen. Unglücklicherweise findet Jams Mutter die Eintrittskarten der Jungs und verbrennt sie. Die Musik und die zweideutigen Posen der Band könnten die Kinder ja verderben. Damit nicht genug – um ihren Sohn vor dem schlechten Einfluss seiner Kumpels zu schützen, steckt sie ihn in ein christliches Internat. Doch Hawk, Trip und Lex holen ihn raus und machen sich am Abend auf den Weg nach Detroit und erleben eine wahrlich haarsträubende Odyssee...
Bis 1999 war die Filmografie des damals 33-jährigen Regisseurs Adam Rifkin ziemlich abwechslungsreich: B-Trash wie „Das Serum des Grauens“ und „Die total beknackte Nuss“ wechselte sich mit interessanten Independent-Streifen wie „Never On Tuesday“ (dt. Titel „Das Highway-Trio“), „The Dark Backward“ und „The Chase“ (mit Charlie Sheen) ab. Dann schließlich drehte er diese wirklich äußerst unterhaltsame Teenie-Komödie, die fast komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit lief und vom ewigen Kampf Disco vs. Rock’n’Roll handelt. Wir erleben einen Tag im Leben von vier Freunden, die wirklich alles für ein Konzertticket von KISS tun würden. Da ist Hawk, der Anführer der Truppe, Jam, der eher unschuldige Brave, Lex, der introvertierte und Trip, der dauerbekiffte, langhaarige Vollidiot. Sie alle versuchen auf ihre ganze eigene Weise, an ein Ticket zu kommen, was wirklich zu skurrilen Szenarien führt: Hawk versucht in einer Strip-Bar den Hauptreis abzuräumen, um mit dem Geld eine Schwarzmarkthändler zu bezahlen; Jam verliert auf der Suche nach einem Ticket in einem Beichtstuhl seine Unschuld; Trip gerät in einen Supermarkt-Überfall und Lex kommt hinter die Kulissen der großen Show. Man darf von „Detroit Rock City“ einfach nicht zuviel erwarten. Der Film verlangt einem nicht viel Gehirnschmalz ab und man kann wirklich ruhig abschalten und einen Fun-Film sehen, der einfach Spaß macht, zum Immer-Wieder-Sehen taugt und einen wirklich kongenialen Vorspann bietet!
Für „Detroit Rock City“ konnte Rifkin auch eine nette Darstellerriege gewinnen: Edward Furlong, bekannt aus „Terminator 2“, dem man die zuvor durchgegangen Drogentherapie deutlich ansieht, Sam Huntington aus „Aus dem Dschungel in den Dschungel“, James DeBello, der bis dahin nur kurz in „American Pie“ zu sehen war und Giuseppe Andrews, der in „American History X“ mitspielte. Sie alle liefern beachtliche Leistungen ab, obwohl man bei diesem Genre nicht zuviel Schauspielkunst verlangen sollte.
Zu guter letzt die Musik: Rifkin brachte in diesen Film wirklich fast alle Hits der späten 70er ein: Von Ozzy Osbournes „Iron Man“, über AC/DCs „Highway To Hell“ bis hin zu den KISS-Klassikern, die einen großen Anteil am Spaß dieses Filmes haben und einem über längere Zeit im Ohr bleiben werden.
Alles in Allem: Eine kunterbunte Komödie, die man immer wieder gerne sieht, vor super Musik geradezu strotzt und sicherlich auch Nicht-KISS-Fans gefallen wird. Deren Musik wird man nachher sowieso lieben!
Das Bild Das Bild ist nahezu makellos. Bildrauschen ist in nur sehr wenigen Passagen auszumachen. Eine hervorragende Bildschärfe lässt die poppigen Farben umso mehr wirken und der Kontrast liegt auf hohem Niveau. Hervorzuheben sei auch, dass dieser Film in 1,85:1 einfach viel besser rüberkommt, als er es in 2,35:1 gewesen wäre.
Der Ton Vor allem der Vorspann bietet tolle Soundeffekte: Von Dynamik, über Räumlichkeit bis hin zu kleineren Effekten ist hier der Ton vom Feinsten. Obwohl der Streifen eher dialoglastig ist, kommen auch die superben Musikstücke absolut hervorragend zur Geltung. Die Tontechniker haben wirklich das Beste herausgeholt. Anzumerken sei vielleicht noch, dass der Streifen im englischen Original-Ton noch viel mehr Spaß macht.
Ausstattung Hervorzuheben ist auf alle Fälle der grandiose Audiokommentar von Adam Rifkin. Er kommentiert unterhaltsam, anekdotenreich und sehr interessant die Entstehung des Films, viele witzige Details und weitere Aspekte der Story. Nebenbei finden sich noch Audiokommentare der einzelnen KISS-Mitglieder, die sich aber nur bei bestimmten Szenen zu Wort melden. Leider sind die Audiokommentare nicht dt. untertitelt, jedoch sei anzumerken, dass Adam Rifkin (im Gegensatz zu der KISS-Besatzung) ziemlich klares Englisch spricht und somit ziemlich leicht zu verstehen ist, falls man ein wenig Englischkenntnisse besitzt. Das Hinter-Den-Kulissen-Feature ist ziemlich unkonventionell, da es relativ ohne Zusammenhang und unkommentiert durch die chaosartig anmutende Produktion des Rockspektakels führt, jedoch aber auch viele Interviews mit u.a. Adam Rifkin und Gene Simmons beinhaltet – leider nicht dt. untertitelt. Weiterhin enthält die Scheibe mehrere (dt. untertitelte) geschnittene Szenen, die von der Qualität her sehr pendeln. Manche wurden zu Recht geschnitten, manche besitzen wirklich einen hohen Spaßfaktor und hätten im Film bleiben können. Dazu noch die Endszene des Films (KISS-Konzert), die man sich aus 4 verschiedenen Kameraperspektiven ansehen kann. Zu guter letzt ein paar Texttafel mit Biographien/Filmographien der Darsteller und Macher und zwei geniale Musikvideos zu „The Boys Are Back In Town“ von Everclear bzw. dem „Strutter“-Remake der Donnas. Alles in allem recht akzeptable Features für eine so früh erschienene DVD.
Fazit Alles in allem ein kunterbuntes, extrem unterhaltsames Rockspektakel mit tollen Songs, super Bild, super Ton und netten Bonus-Features. Wenn man gerne lacht und auf gute Rocksongs steht oder gar einfach nur KISS-Fan ist, ist diese Scheibe garantiert zu empfehlen!
Technische Daten Laufzeit: ca. 95 Min. Regie: Adam Rifkin Hauptdarsteller: Edward Furlong, Sam Huntington, Giuseppe Andrews, James DeBello, Lynn Shaye, KISS, Natasha Lyonne, Melanie Lynskey Bild: 1,85:1 Audio: 1. Deutsch 5.1 2. Englisch 5.1 (OmU) Untertitel: keine (feste UT bei der Originalfassung) FSK: ab 12 Preis: ca. 10 Euro
Bewertung Sound: 80 Bild: 90 Film: 80 Ausstattung: 70 Gesamtwertung: 80 |