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Frida PDF Drucken
Geschrieben von [MBW]   
Mittwoch, 14. April 2004

Gesamtwertung 90 %

„I hope the exit is joyful and I hope never to return. Frida.“

Studio/Verleih: Miramax / BV
Genre: Drama / Biopic
System: Video DVD
Release-Datum: Oktober 2003

Der Film
Das Leben der Frida Kahlo – verfilmt in einem bildgewaltigen und farbenprächtigen künstlerischen Meisterwerk. Das die Handlung des Films dabei etwas langatmig und teilweise untergeordnet rüberkommt, mag man aufgrund der vorangegangenen Attribute locker verschmerzen.
Frida ist Studentin und verliebt, als sie bei einem Busunglück verheerende Verletzungen davon trägt, die sie Monatelang ans Krankenbett fesseln. Durch die Zeit der Unbeweglichkeit findet sie allerdings auch zur Malerei und später zum berühmten Maler Diego Riviera, den sie trotz seiner legendären Untreue heiratet. Doch das Leben ist hart im Schatten der ständigen Seitensprünge von Diego und der immer wiederkehrenden Operationen Fridas und mit der Zeit wird ihr Leben immer unglücklicher und die beiden entfremden sich immer mehr – bis Diego sie eines Tages mit ihrer eigenen Schwester betrügt und Frida ihn verlässt…

Salma Hayek kämpfte jahrelang darum, das Leben der Frida Kahlo auf die Leinwand zu bringen. So ist es keine Überraschung, dass sie natürlich die Hauptrolle übernahm. Doch auch ansonsten ist der Film meisterlich besetzt. So spielen an ihrer Seite bekannte Gesichter wie Edward Norton, Ashley Judd, Antonio Banderas, Geoffrey Rush und, allen voran, Alfred Molina, der in der Rolle des Diego glänzt wie schon lange nicht mehr.
Doch sind es nicht die Schauspieler, die diesen Film zu einem Meisterwerk machen, sondern wie schon erwähnt die Optik und der wunderbare Score von Elliot Goldenthal, der vollkommen zu Recht den Oscar für den besten Soundtrack erhielt.

So erscheint der Film selbst wie ein riesengroßen Gemälde, dass den Betrachter immer wieder aufs neue durch seine Farbe und Komposition staunen lässt. Dazu passend entführt der Score den Zuschauer mitten hinein in das gemalte Mexiko der Frida Kahlo. Ein unvergleichliches Erlebnis, dass die vergangene Magie des großen Kinos zu beschwören weiß.

Das Bild
Schon ganz zu Beginn des Films, bei der ersten Einstellung um genau zu sein, wird einem bewusst, wie farbenfroh ein Film sein kann. „Frida“ strahlt in knallig leuchtenden Farben wie ein Gemälde selbst. So überzeugt das Bild durch einen wunderbaren Kontrast, eine bezaubernde Farbpalette und eine Kompression, die Bildfehler jeglicher Art zu vermeiden weiß. Einzig die vereinzelt auftretende Unschärfe schmälert den ansonsten sehr guten Gesamteindruck ein wenig.

Der Ton
Der Ton ist die eigentliche Enttäuschung dieser DVD. So kommt er leider insgesamt viel zu frontlastig daher, selten werden die Rears einmal eingesetzt – genau so selten mag richtige Raumklangatmosphäre aufkommen, die, wenn dann, höchstens durch Goldenthals Score entsteht. Schade, tontechnisch wäre hier sicherlich mehr drin gewesen; insgesamt ist der Ton aber gerade noch akzeptabel für einen Genrefilm wie diesen.

Ausstattung
Selten bekommt man von BV eine DVD vorgelegt, die so umfangreich ausgestattet ist, wie die Doppel DVD zu „Frida“. So findet man auf der Film-DVD gleich 2 Audiokommentare; einen von der Regisseurin Julie Taymor sowie einen weiteren Musik-Kommentar-Track mit dem Komponisten Eliott Goldenthal. Zudem gibt es noch eine umfangreiche Einleitung von Salma Hayek zur Entstehung des Filmes (ca. 40 Minuten).

Weiter geht es dann mit dem Bonusmaterial auf der zweiten Disk. Hier wird man zunächst etwas enttäuscht, denn leider gibt es keine Dokumentation zu der echten Frida Kahlo sondern nur ein paar Texttafeln, auf denen man nicht einmal die echten Bilder zu sehen bekommt. Schade. Immerhin gibt es aber ein fünfzehn minütiges Interview mit einer Ex-Geliebten von Frida, Charela Vargas. Desweiteren finden sich zwei Interviews mit der Regisseurin, die sich inhaltlich leider etwas überschneiden, dennoch aber einige Informationen bieten. Weiterhin werden verschiede Featurettes zur Entstehung des Filmes geboten, so zum Beispiel zu den „Visuellen Effekten“, der „Musik“, der „Vision“, dem „Design“ oder auch den „Drehorten“. Ein kurzer Beitrag zeigt auch noch Selma Hayek bei den Aufnahmen ihres Liedes. Abschließend gilt es dann schließlich noch das kurze Featurette „Portrait einer Künstlerin“ zu nennen, das nichts mit der echten Frida zu tun hat, wie man vermuten könnte, sondern den bekannten Presskitbeitrag darstellt.
Leider gibt es nirgends den Original Kinotrailer zu entdecken und auch ein Booklet vermisst man schmerzhaft.

Fazit
„Frida“ ist einer jener Filme, die man gesehen haben sollte. Optisch und musikalisch unumstritten ein Meisterwerk, fehlt es nur der Handlung ab und zu etwas an Zug. Doch das vergisst man beim Anblick der farbenprächtigen Bilder recht schnell und sieht gerne über das ein oder andere Storyloch hinweg. Die DVD bietet den Film in technisch überzeugender Qualität und liefert zudem informatives und umfangreiches Bonusmaterial, so dass man die DVD fast schon empfehlen muss. Und genau das tun wir hiermit!!

Technische Daten
Laufzeit: 118 Minuten
Regie: Julie Taymor
Hauptdarsteller: Salma Hayek, Alfred Molina, Geoffrey Rush
Bild: 1,85:1 (anamorph)
Audio: 1. Deutsch DD 5.1
2. Englisch DD 5.1
3. Italienisch DD 5.1
Untertitel: D, E, EfH, I
FSK: 12
Preis: ca. 25€

Bewertung
Sound: 75
Bild:
87
Film:
91
Ausstattung:
86
Gesamt: 90

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 14. April 2004 )
 
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