Gesamtwertung 77 %
Eine Reihe mysteriöser Mordfälle gibt der koreanischen Polizei Rätsel auf: Handelt es sich hier um einen Trittbrettfahrer, der im inhaftierten Serienkiller Shin Hyun sein Vorbild gefunden hat? Oder zieht der charismatische Psychopath letztendlich sogar selbst die Fäden in diesem Fall?
Studio/Verleih: I-On New Media Genre: Horror/Thriller System: Region 2, PAL Release Datum: 28.02.2005
Der Film: Die Ermittler Kang (brillant: Jin-hee Ji) und seine Kollegin King-mi Yun (Jung-ah Yum) arbeiten an einem rätselhaften Fall: Immer wieder tauchen Leichen grausam getöteter Frauen auf, bei denen sich ein Strickmuster zu wiederholen scheint, dass ihnen bereits von Serienmörder Shin Hyun (Seung-woo Cho) bekannt ist. Doch der kann nicht der Täter sein, denn er ist seit Monaten in Haft.
Noch ist nicht die komplette Mordserie kopiert worden und um weitere Verbrechen zu verhindern, ist eine Zusammenarbeit mit Shin Hyun unvermeidlich. Aber diese stellt sich bald nicht nur als schwierig, sondern auch als äußerst gefährlich heraus…
Das Bild: Das Bild ist scharf, die Farben kräftig, aber nie aufdringlich. Die grünliche Beleuchtung in manchen Aufnahmen unterstreicht die Morbidität der Thematik und verleiht dem Film die nötige Atmosphäre. Insgesamt macht das Bild einen sehr stimmungsvollen und künstlerisch hochwertigen Eindruck, ähnlich den Filmen von David Fincher („Sieben“, „Fight Club“), den sich Regisseur Jong-hyuk Lee zum Vorbild genommen hat.
Der Ton: Was hier als 5.1 Ton deklariert wird, ist leider genauer betrachtet, keiner, denn auf einen Raumklang hofft man leider vergeblich. Allerdings ist der Score sehr stimmungsvoll, der Ton insgesamt ohne Störungen und angenehm anzuhören. Die deutsche Synchronisation ist, wie bei fast allen asiatischen Filmen, leider ziemlich schlecht.
Ausstattung: Unter Extras wartet die DVD mit einer Trailershow zu anderen Filmen auf, außerdem gibt es noch den Originaltrailer und –teaser zum Film, das Making Of und einen alternativen Filmanfang zu sehen. Ebenfalls zu erwähnen ist der sehr gute deutsche Untertitel, der dazu einlädt, den Film im Originalton anzuschauen.
Fazit: Wen die Handlung an „Das Schweigen der Lämmer“ erinnert, der liegt mit seiner Vermutung gar nicht so falsch. Auch „H“ erzählt uns die Geschichte einer erzwungenen Kooperation, die schon nach kurzer Zeit zu entgleisen und den Ermittelnden emotional zu zerstören droht. Doch damit haben sich die Parallelen (zum Glück) auch schon erschöpft. „H“ rollt den Stoff ganz neu auf, zeigt uns bisher nicht da gewesene, überraschende Wendungen, eine neue Personenkonstellation und durch die Bank hochkarätige schauspielerische Leistungen, die sich sehr wohl mit dem berühmten Vorgängerfilm von Jonathan Demme messen können.
Einzig zu kritisieren ist vielleicht das Erzähltempo, das zwischendurch etwas schneller sein könnte, außerdem gibt es ein paar kleinere Logikschwächen, die aber zum Glück nicht so stark ins Gewicht fallen. Ansonsten ist „H“ aber ein äußerst gelungener, vielleicht sogar der beste Beitrag zum Serienmord-Genre der letzten Jahre, ein Film den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.
Technische Daten: Laufzeit: 107 Minuten Regie: Jong-hyuk Lee Hauptdarsteller: Jin-hee Ji, Ji-ru Sung, Jung-ah Yum, Seung-woo Choo Bild: 16:9, 2,35:1 Audio: Deutsch Dolby Digital 5.1, Koreanisch Digital 5.1 Untertitel: Deutsch FSK: keine Jugendfreigabe Preis: ca. 20 Euro
Bewertung: Sound: 70 % Bild: 90 % Film: 87 % Ausstattung: 62 % Gesamtbewertung: 77 % |