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Gesamtwertung 45 %
„Ich wurde von einem Jungen, der Angst hatte, zu einem Jungen, der Angst machte“ (Tom Savini)
Studio/Verleih: EuroVideo, Epix Genre: Dokumentation System: DVD-Video, Region 2, PAL Release Datum: 12.05.05
Der Film: Die Meister der Amerikanischen Horrorfilms (John Carpenter – HALLOWEEN, Wes Craven – LAST HOUSE ON THE LEFT, David Cronenberg – PARASITENMÖRDER, George A. Romero – DAWN OF THE DEAD, John Landis – AMERICAN WEREWOLF, Tobe Hooper – TEXAS CHAINSAW MASSACRE, Tom Savini – NIGHT OF THE LIVING DEAD) sprechen über die Traumata ihrer Generation, persönliche Erlebnisse und zeitgeschichtliche Hintergründe, in deren Licht ihre Werke der 60er und 70er Jahre zu betrachten sind. Die Statements werden dabei durch Film- und Nachrichtenausschnitte unterstützt.
Das Bild: Das Bild besteht aus Zusammenschnitten alter Horrorfilm- und Medienaufnahmen und neuen Interviews mit den Regisseuren, was natürlich qualitative Abstriche unvermeidlich macht. Leider bietet es aber auch absolut keine Highlights, teilweise scheinen die Schnitte recht beliebig zu sein.
Der Ton: Der 2.0 Ton ist dumpf, die musikalische Untermalung belanglos bis nervtötend, insgesamt unterer Durchschnitt. Die deutsche Synchronisationsumsetzung ist sehr schlecht, da die englische Tonspur durch eine fast gleich laute deutsche Tonspur überblendet wurde. Auf Dauer ist das wirklich sehr anstrengend anzuhören.
Ausstattung: Zum Glück enthält die DVD sehr gute deutsche Untertitel, so dass man der dt. Synchronisation entfliehen kann. Ansonsten enthält die DVD noch eine Trailershow, den Originaltrailer zum Film, Biografien, ein „Splatterspecial“ und „Bodies that splatter“.
Das klingt zunächst ja sehr reichhaltig. Beim genauen Hinsehen entpuppen sich die Extras leider als völlig blödsinnig. Die Biographien bestehen aus absolut unleserlichen Bildtafeln. Das „Splatterspecial“ ist ein kaum entzifferbarer, viel zu schnell durchlaufender Dissertationstext (!!) zum Thema Splatter. „Bodies that splatter“ enthält einen Auszug aus dem gleichnamigen Symposium mit Gerburg Treusch und Dieter und Christian Schlingensief. Extras, die wohl nur für Filmstudenten mit dem Hauptfach Horrorfilm interessant sein sollten – wenn überhaupt – und ansonsten wohl an der Horrorfilm-Zielgruppe völlig vorbeigehen, dazu noch absolut lieblos präsentiert.
Fazit: Der „film-dienst“ bezeichnete die Dokumentation als eine „kluge Auseinandersetzung mit einem scheinbar trivialen Genre“. Damit ist der Nagel auf den Kopf getroffen und gleichzeitig auch erklärt, warum „American Nightmare“ nicht funktioniert. Denn was „scheinbar trivial“ ist – nämlich die oben bezeichneten Meisterwerke des Horrorfilms - ist an sich schon so aufwühlend, mitreißend und interessant, dass es eigentlich keines intellektuellen Kommentars bedarf, um seinen Zweck zu erfüllen. Zumindest nicht für die Menschen, die diese Filme lieben, denn sie haben sie bereits als Meilensteine in der modernen Filmgeschichte erkannt und verehren sie als solche. Das Bedürfnis, sich mit diesen Filmen „klug“ auseinanderzusetzen haben wohl eher die, die ihnen bisher nichts abgewinnen konnten.
Wieso die Regisseure bereitwillig ihre Werke analysieren ist leicht verständlich: Sie waren stark vom Zeitgefühl ihrer Generation geprägt: Den Schrecken des Vietnamkriegs, dem Misstrauen gegenüber dem Establishment, dem allgemeinen Gefühl der Bedrohung. Und sie wollen nicht länger als Sündenböcke herhalten - sie sind nicht schuld daran, dass eine Generation traumatisiert wurde, ihre Filme sind lediglich der Spiegel einer kaputten Gesellschaft. Diese Botschaft kann „American Nightmare“ auch sehr gut transportieren, allerdings ist dies auch die einzige, die die Dokumentation zu vermitteln mag.
Ansonsten bleibt sie eine blutleere Betrachtung, der es mehr um Intellektualität geht, als darum, interessante Hintergrundinfos zu liefern. Schade eigentlich.
Technische Daten: Laufzeit: 75 Minuten Regie: Ulrich Adam Simon Hauptdarsteller: John Carpenter, Wes Craven, David Cronenberg, George A. Romero, John Landis, Tobe Hooper, Tom Savini Bild: 16:9 Audio: Deutsch Dolby Digital 2.0, Englisch Digital 2.0 Untertitel: Deutsch (optional) FSK: keine Jugendfreigabe Preis: ca. 18 Euro
Bewertung: Sound: 35 % Bild: 65 % Film: 45 % Ausstattung: 35 % Gesamtbewertung: 45 %
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