Menu Content/Inhalt
Start! arrow DVDs RC 2 (Europa) arrow Film arrow Der Tango der Rashevskis
Der Tango der Rashevskis PDF Drucken
Dienstag, 26. Juli 2005

Gesamtwertung 92 %

Eigentlich sind die in Paris lebenden Rashevskis eine sehr liberale jüdische Familie. Großmutter Rosa behauptet gar, Religion und Rabbis zu hassen. Doch als sie stirbt, steht ihren Kindern und Enkelkindern eine Überraschung bevor: Rosa hat sich ein Plätzchen auf dem jüdischen Friedhof reservieren lassen. Soll die bestürzte Familie dem Wunsch entsprechen? Und wenn ja, nach welchem Ritus soll die alte Dame dann beerdigt werden? Bei Rashevskis bricht eine turbulente Sinnkrise aus. Nur eine Sache auf der Welt kann diese Situation noch retten – Tango!

Studio / Verleih: Archipel 35, Ateliers de Baere / EuroVideo
Genre: Tragik-Komödie
System: DVD-Video
Release-Datum: 15.9.2005

Der Film
Als die Großmutter Rosa 81jährig verstirbt, reist Dolfo, der Älteste der Familie, zu seinem Bruder Shmouel, der nach Israel ausgewandert ist und Rosas Ehemann war. Shmouel lebt dort sehr orthodox jüdisch im Gegensatz zur in Paris sehr liberal lebenden übrigen Familie. Es kommt zum Streit zwischen ihm und Dolfo, da Shmouel nicht zum Begräbnis kommen will.

Das Begräbnis stellt die ganze Familie vor eine Überraschung und eine Sinnkrise. Denn obwohl Rosa für sehr liberal gehalten wurde hat sie sich eine Bestattung auf dem jüdischen Friedhof gewünscht. Nun wird diskutiert, nach welchem Ritus sie beerdigt werden soll.

Für die Rashevskis beginnt eine mehr oder weniger intensive Zeit religiöser Selbstfindung:Isabell hatte sich sehr gewünscht, Jüdin zu werden, nicht nur wegen ihres Mannes. Sie kennt die Traditionen und Bräuche besser als die anderen Mitglieder der Familie. Aber das ist es genau, was Simon, ihren Mann, stört und was Dolfo irritiert.

David gehört zu dieser Generation, die kurz nach dem Krieg geboren wurde, er wurde nicht beschnitten. Ein Widerspruch dieser Generation – jüdisch zu sein und es nicht zu wagen, jüdisch zu sein.

Nina ist eine junge moderne Frau, die aber von den Widersprüchen in ihrer Identität berührt wird. Sie ist immer unzufrieden. Weil sie noch nicht ihr wahres Glück gefunden hat, glaubt sie, es mit Hilfe der jüdischen Religion zu finden. Als Antoine, ein nichtjüdischer Freund der Familie, auf der Beerdigung Nina wiedertrifft verliebt er sich in sie. Er gewinnt ihr Herz, indem er mit ihr Tango tanzt. Heiraten will sie aber nur einen jüdischen Mann. Antoine beschließt also zum Judentum zu konvertieren, was sich aber auch nicht als einfach herausstellt.

Der Familienjüngste Ric hat eine turbulente Beziehung mit einer Muslimin. Eine Heirat erscheint wegen großer Religionsunterschieden fast unmöglich.

Trotz vieler Krisen werden Probleme allmählich gelöst, der Tango spielt dabei eine zentrale und beschwichtigende Rolle...

Das Bild
Das anfangs körnige Bild verändert sich schnell zu einer qualitativ guten und scharfen Erscheinung. Manchmal könnten Farben satter wirken aber ansonsten stimmen Kontraste und Helligkeit. Der Sehgenuß wird nicht durch Verschmutzungen oder andere Unannehmlichkeiten verringert.

Der Ton
Mit Mike Galasso als Komponisten hat Sam Gabarski einen guten Riecher bewiesen. Galasso hat eine perfekte Tangomusik für den Film geschaffen, sehr atmosphärisch, lebendig und verspielt zugleich. Der Dolby Digital Sound (vorallem 5.1) gibt Musik und Geräusche räumlich sehr gut dar.

Die Ausstattung
Zu der reichhaltigen Ausstattung gehört neben dem Originaltrailer und einer Trailershow ein ca. 20 Min. Interview mit dem Regisseur dazu. Außerdem kann man sich zwei sehr gelungene Kurzfilme von Sam Gabarski(dt. UT einblenbar) anschauen: JOYEUX NOEL, RACHID und LA DINDE. Ein ‚Durex’-Werbespot von Sam Gabarski ist ebenso zu finden wie das Tango-Musikstück vom Komponisten Mike Galasso. Wer Lust zum Kochen hat, der kann ein Kochrezept: Bouillon de la productrice ausprobieren. Und wer Tango-Nachhilfe braucht, der kann sich Tango-Tanzübungen der Darsteller anschauen.

Das Fazit
Ein Film, der mit Humor und Selbstironie die Sinnkrise einer jüdischen Familie beschreibt. Sam Gabarski verwendet dabei keine gängigen Klischees, es sind vielmehr Gedanken und Bilder, die man in diesem Zusammenhang noch nicht gesehen hat. In der Tat großes Kino und eine rundum gelungene DVD dazu.

Die technischen Daten
Laufzeit: 97 Min.
Ländercode 2
Land/Jahr: Frankreich, Belgien, Luxemburg/2003
Sprache: Deutsch Dolby Digital 5.1, Deutsch Dolby Digital 2.0; Franzözisch Dolby Digital 2.0, Franzözisch Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, Französisch
Bildformat: 1:1,66 (anamorph widescreen)
Regie: Sam Gabarski
Musik: Mike Galasso
Darsteller: Hippolyte Girardot, Ludmila Mikaël, Michel Jonasz, Daniel Mesguich
FSK: ohne Altersbeschränkung
Preis: ca. 15 €

Die Bewertung
Film: 94
Bild: 90
Ton: 91
Extras: 94
Gesamt: 92

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 26. Juli 2005 )
 
< zurück   weiter >