|

Gesamtwertung 79 %
Bereits zum zwanzigsten Mal begibt sich der britische Agent mit der Doppelnull auf gefährliche Mission, um die Welt erneut vor einem Schurken zu retten. Wie sich der Blockbuster des letzten Jahres auf DVD präsentiert, lest Ihr in unserer ausführlichen Rezension.
Studio/Verleih: MGM Genre: Action System: Video DVD Release-Datum: Mai 2003
Der Film James Bond (bereits zum vierten Mal verkörpert von Pierce Brosnan) gerät bei einem Einsatz in Nordkorea in Gefangenschaft und unterliegt geschlagene 14 Monate der Folter des nordkoreanischen Gefängnisses, bevor er endlich gegen den Terroristen Zao (Rick Yune) ausgetauscht wird. Allerdings ist die Welt für ihn von da an nicht mehr die selbe wie zuvor: dem Topagenten des MI6 wird von M (erneut Judi Dench) der Doppelnullstatus aberkannt und seine Tätigkeiten sollen fürs erste auf Eis gelegt werden. Doch Bond sinnt auf Rache an Zao und flüchtet vor dem MI6 nach Kuba, wo er Zao in einer Genklinik aufspürt. Auf Kuba trifft er auch die geheimnisvolle Jinx (Oscar-Preisträgerin Halle Berry), die allem Anschein nach wohl ähnliche Absichten verfolgt wie Bond und auch hinter Zao her zu sein scheint.
Zao entkommt jedoch und führt Bond zurück nach London, wo er auf den Diamantenminenbesitzer Gustav Graves (Toby Stephens) aufmerksam wird, der ihn nach einem kurzen aber heftigen Intermezzo im Fechtclub auch gleich zu der Präsentation seine "Icarus"-Programmes nach Island einlädt. Allerdings reist Bond nicht auf eigene Faust nach Island: aufgrund seiner erfolgreichen Ermittlungen wird er von M wieder in den Dienst genommen und ausgestattet mit Q's (köstlich: John Cleese) neuesten Spielzeugen und der Undercover-MI6-Agentin Miranda Frost (Rosamunde Pike), die Graves persönliche Assistentin ist, reist er nach Island, um das Rätsel um den geheimnisvollen Graves und Zao zu lösen - doch die schlimmste Überraschung steht ihm erst noch bevor... Der Jubiläumsbond - immerhin ist es sowohl das zwanzigste offizielle Abenteuer des Geheimagenten, als auch sein 40. Dienstjubiläum - sollte ein ganz besonderer werden; nur anscheinend hat das wohl niemand den Drehbuchautoren mitgeteilt. Anders ist dieser größtenteils vollkommen Bond-untypische Film nicht zu erklären. Zu unausgegoren sind die Handlungsstränge und die Ideen der Autoren. Doch der Reihe nach.
Der Film beginnt eigentlich sehr viel versprechend mit einer gewohnt recht langen Eröffnungssequenz, die schon reichlich Action bietet. Die Verfolgungsjagd mit den Hovercrafts ist wirklich gelungen und kommt glaubwürdig rüber - doch das war es dann fürs Erste mit den positiven Eindrücken. Nach der Titelsequenz, die zum ersten Mal neben bunten Farben und Silhouetten schöner Frauenkörper auch die nebenbei laufende Handlung zeigt, wird untermalt von Madonnas Bond-Song, dem wohl unpassendsten Bond-Song in der 40 jährigen Geschichte dieser Filmreihe. Als Pop-Song mag dieses Lied ja funktionieren, aber hier wirkt es einfach billig und unpassend. Nach dieser Titelsequenz folgt dann auch erst einmal eine recht langwierige "Verschnaufpause", richtig rund geht es dann erst wieder auf Kuba, wo man wieder eine nett gemachte Actionsequenz zu sehen bekommt. Allerdings mit einem faden Beigeschmack: Halle Berry. Die Oscarpreisträgerin mimt in "Stirb an einem anderen Tag" das schlechteste Bondgirl aller Zeiten.
Ihr Charakter hat leider überhaupt keinen Tiefgang und ihre schauspielerische Leistung ist nicht im Geringsten der einer Oscarpreisträgerin würdig. Rosamunde Pike, die als zweites Bondgirl zu sehen ist, hat in dieser Hinsicht auf jeden Fall mehr zu bieten und hinterlässt somit auch den besseren Eindruck beim Zuschauer. Sehenswert ist dann auch wieder der Ausflug in Q's Labor, auch wenn es die Autoren beim neuen Bondauto klar übertrieben haben - anscheinend konnte man sich nicht recht entscheiden, ob man nun einen reinen Actionfilm macht, oder vielleicht doch lieber einen Science-Fiction Film, was auch später noch einmal bei Graves Elektroanzug auffällt, für dessen Entwicklung man sich wohl beim dunklen Imperator aus Star Wars bedient hat. John Cleese hinterlässt jedenfalls einen sehr guten Eindruck als Q-Nachfolger und erwischt die Pointen gekonnt. Mit den Szenen in Island ist dann auch das Highlight des Films erreicht - die beste halbe Stunde des Films! Hier bekommen wir endlich das zu sehen, was die Bondfilme so beliebt gemacht hat: exotische Landschaften, tolle Kulissen, schöne Frauen, echte Handlung und dazu noch eine der genialsten Actionszenen des letzten Jahres. Das Ende flacht dann wieder sehr ab und wirkt sowohl uninspiriert als auch unrealistisch. Schade. Neben den angesprochenen Defiziten sind es aber auch die Spezialeffekte, die den eingefleischten Bondfan enttäuschen. Die computergenerierte Kite-Surfing-Szene sieht einfach nur billig aus und auch in einigen anderen Szenen wurde in dieser Hinsicht schlampig gearbeitet - so was sollte bei einem solchen Hochglanzfilm eigentlich nicht passieren.
Insgesamt muss man resümieren, dass der zwanzigste Bond der wohl schlechteste bisher ist, was allerdings keineswegs an Hauptdarsteller Pierce Brosnan liegt, denn der spielt gewohnt gut und selbstironisch. Vielmehr wollte man wohl einfach zu viel - und hat fast nichts erreicht. So ist der Jubiläumsfilm nicht mehr als ein durchschnittlicher Actionfilm, der sich im Vergleich mit Werken wie "xXx" nicht wirklich hervorhebt.
Das Bild Anders als der Film ist die technische Umsetzung der DVD von MGM überaus gelungen. Das Bild präsentiert sich mit sehr guten Schärfewerten, Ungereimtheiten wie Rauschen, Flimmern oder andere Kompressionsfehler sind nicht auszumachen. Kurz: ein Top-Bild das der Bestnote sehr sehr nahe kommt.
Der Ton Auch beim Ton muss der Film nicht zurückstecken. Die 5.1 EX Abmischung klingt sehr räumlich. Die Rearboxen sind während der Actionszenen nie unbeschäftigt und vermitteln echten Raumklang. Auch die Dialoge sind sehr gut verständlich und der Subwoofer kommt an den richtigen Stellen sehr druckvoll und gezielt zum Einsatz. Mein einziger Kritikpunkt wäre dann auch nur, dass David Arnolds gelungener Musikscore etwas zu frontlastig daherkommt und insgesamt einen Tick zu leise wirkt - doch darüber kann man bei soviel Getöse getrost hinwegblicken. Neben den beiden 5.1-Spuren - Deutsch und Englisch - gibt es übrigens zum ersten Mal bei einem Bondfilm auch eine deutsche DTS-Spur als Alternative.
Ausstattung "Stirb an einem anderen Tag" ist die erste Bond-DVD, die als 2-Disk-Version erscheint. Damit die DVD auch optisch in die Sammlungen der Käufer passt, verfügt sie über ein Wendecover, welches den Rücken der DVD an das 007-Bild der 19 anderen Titel anpasst. Zusätzlich hat MGM der DVD noch einen Pappschuber spendiert. Kritik sei hier allerdings an der Doppel-DVD Hülle geäußert, in der die beiden Scheiben etwas versetzt übereinander liegen, so dass man, wenn man die Bonus-DVD entnehmen will, zuerst die Filmdisk herauspfrimeln muss, was sich als leicht unpraktisch erweist. Dem Set liegt übrigens auch noch ein sehr informatives Booklet bei. Die DVDs selbst präsentieren sich mit schön animierten Menüs, die allerdings teilweise zu langatmig sind.
Auf der Filmdisk finden sich neben dem Film zwei (deutsch untertitelte) Audiokommentare, die viele interessante Infos zur Produktion des Films bergen. Daneben wird noch ein so genannter "MI6-Datenstrom" angeboten, der den Zuschauer während dem Film mit teilweise interessanten Zusatzinfos, Interviews etc. versorgt. Auf der zweiten Disk findet sich dann eigentlich der gesamte Rest des umfangreichen Bonusmaterials.
Es gibt 2 verschieden Making Ofs zum Film; das erste, "Inside DAD" informiert in knapp 70 Minuten über die Produktion des Films, was in chronologischer Reihenfolge abgehandelt wird. Das zweite Making Of, "From Script to Screen", ist exklusiv für die RC2-Veröffentlichung produziert worden und bietet eine Art Drehtagebuch, natürlich auch in chronologischer Reihenfolge, und rangiert mit ca. 55 Minuten auch unter den eher umfangreicheren seiner Art.
Die weiteren Extras sind eher der kürzeren Art, so etwa zwei Storyboard - Film-Vergleiche, verschiedene kürzere Featurettes zur Titelsequenz, den Bondgadgets und der digitalen Bearbeitung sowie insgesamt 4 Multi-Angle-Präsentationen. Neben den Teasern und Trailern (alle Englisch, allerdings nur DD 2.0) sowie 8 kürzeren TV-Spots findet man auch noch das Musikvideo und das hierzu gehörige Making Of von Madonnas Titelsong, welche allerdings beide auch schon auf dem original Soundtrack enthalten waren. Abgerundet wird das Bonusmaterial dann noch von einer recht umfangreichen Fotogalerie, die sich in verschiedene Unterkategorien aufsplittet.
Alle Features sind übrigens auf Wunsch auch untertitelt (Deutsch, Englisch und andere).
Fazit Wäre der Film nur annähernd so gelungen wie die Doppel-DVD, würde ich hier eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Doch dem ist nun mal nicht so, was schade ist. Die DVD bietet aber sowohl eine technisch einwandfreie Darbietung als auch ein gleichsam umfangreiches wie interessantes Bonusmaterial. Wer den Film mag, kommt an der DVD nicht vorbei, Fans der Serie greifen sowieso blind zu. Allen andern sei gesagt: auch wenn der Film vielleicht kein guter Bondfilm ist, so funktioniert er dennoch als guter Actionfilm, der durch eine gelungene DVD-Umsetzung zu überzeugen weiß. Aber mehr halt nicht.
Technische Daten Laufzeit: 127 Minuten Regie: Lee Tamahori Hauptdarsteller: Pierce Brosnan, Halle Berry, Rosamunde Pike, Toby Stephens, Rick Yune, Judi Dench, John Cleese Bild: 2,35:1 (anamorph) Audio: 1. Deutsch 5.1 EX 2. Deutsch DTS 3. Englisch 5.1 EX Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch FSK: 12 Preis: Ca. 25 Euro
Bewertung Sound: 90 Bild: 88 Film: 65 Ausstattung: 84 Gesamt: 79 |