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Gesamtwertung 80 %
Der US-amerikanische Dokumentations Star der jüngeren Vergangenheit, Michael Moore, landet im Kino mit seinen Filmen immer wieder große Erfolge, seine Serie aus dem US-Fernsehen ist seit kurzem auch als DVD bei uns erhältlich.
Studio / Verleih: Genre: Dokumentation System: DVD-Video Release: 04. Juli 2005
Der Film Michael Moore ist nicht erst seit seiner öffentlichen Wahlkampagne gegen den amtierenden US-Präsidenten Geroge W. Bush ein geläufiger Name in den USA und Europa. Seinen ersten wirklich großen Hit landete der etwas kräftiger gebaute Filmemacher aus Michigan mit dem Film "Bowling for Columbine", in dem er die Situation und die Hintergründe des Massakers in der Columbine Highschool aufzudecken versuchte und dabei vor Allem die Waffenlobby in den Staaten an den Pranger stellte. Hierfür wurde er mit einem Oscar ausgezeichnet.
Was Michael Moore mit seinem Bestseller "Stupid White Men" der Weltöffentlichkeit und damit nicht zuletzt auch den US-Bürgern über ihren Präsidenten Bush zu erzählen wusste, wurde auch hierzulande zu Bestseller. Seine ihm eigene Ironie ist bemerkenswert und entlockt auch dem zähesten Miesepeter ein Lächeln.
Auf der Welle des Erfolges entstand letztlich auch die US-Fernsehserie "The awful Truth", welche seit kurzem auch inDeutschland als DVD Edition auf dem Markt ist. Michael Moore geht dabei der grausamen Wahrheit der amerikanischen Gesellschaft auf den Grund, kämpft beispielsweise um die Rechte eines sterbenskranken Mannes, dessen Krankenversicherung nicht eine vergleichsweise kostengünstige Behandlung bezahlen möchte und ihn daher dem Verlauf der Krankheit preisgeben möchte. Moore wird entsprechend bei den Verantwortlichen des Versicherungskonzern Vorstellig und versucht mit einer ordentlichen Portion Pathos und dem Druck auf die Tränendrüse ein neuerliches Überdenken der Sachlage zu erreichen.
Die Serie vefügt in den USA über eine sehr große Fangemeinde, wenngleich die Vorgehensweise und Mittel teils etwas sehr amerikanisiert wirken - das übliche TV-Gedönz aus den Staaten eben.
Das Bild Hier hat man nicht sonderlich tief in die Trickkiste gegriffen, da es sich per Definition jedoch um eine Dokumentation handelt, sei es den Produzenten nachzusehen. Die Bilder sind zu einem großen Teil mit Handycams und teilweise mit versteckter Kamera gefilmt, was sich natürlich zu Lasten der Qualität auswirkt. Die Farben sind zudem etwas blass und das Bild in manchen Einstellungen durchaus kräuselig. Das liegt aber nicht an der DVD-Umsetzung, sondern an der Vorlage.
Der Ton Aufgrund der Tatsache, dass man die Serie fürs amerikanische TV und auch dort nicht für ein riesiges Millionenpublikum produziert hat, kommt man bei The awful truth leider wie auch bei manch anderer TV-Produktion aus dem Doku-Dschungel nicht in den Genuss einer sauberen Dolby Digital 5.1 Spur. Der Klang ist angenehm, jedoch schwankt der Pegel doch ziemlich und der Zuschauer sollte die Fernbedienung zur Regelung der Lautstärke nicht allzu weit aus der Hand legen. Hinzu kommt, dass gerade Michael Moore eine sehr sonore Stimme besitzt, die das Verständis zudem beeinträchtigt. Es sei zudem angemerkt, dass die Serie lediglich in englischem Originalton auf den DVDs vorliegt und wahlweise mit deutschem Untertitel anzuschauen ist.
Die Ausstattung In Punkto Ausstattung darf man bei Dokumentationen - das zeigt die Erfahrung - nicht zu viel erwarten, da man sonst in dieser Hinsicht meist eine Enttäuschung erntet. Nicht anders ist dies auch im Falle von the awful truth. Zum Paket in den wirklich schicken Pappschubern im Stars & Stipes Design (wie patriotisch und amerikanisch... *args*) gehören demnach die obligatorischen Trailer des Verleihers und Infos zum Produkt als solches. Staffel 1 stellt zudem die Staffel 2 DVDs vor.
Das Fazit Wie bisher alle anderen Produktionen von Michael Moore auch, verfolgt the awful Truth das Ziel, die Ungerechtigkeit in den USA aufzudecken und die Strippenzieher der Kontrahenten zum Umdenken zu bewegen. Man sollte meinen, die amerikanische Öffentlichkeit würde wenigstens etwas aus all' diesen Geschichten rund um das Land ihrer Träume und der tausend Möglichkeiten lernen und als Folge daraus auch in politischer Hinsicht Konsequenzen ziehen. Wie wir wissen, ist dies bis dato nicht der Fall: Weder hat "Bowling for Columbine" die Waffenlobby geschwächt und die Bevölkerung dazu bewegt das Prinzip der freien Zugänglichkeit von Waffen für jeden Bürger ernsthaft zu überdenken, noch hat Stupid White Men oder der Nachfolger zur Abwahl von George W. Bush geführt. Es erschreckt umso mehr, wie naiv die US-Bürger mit vielen Dingen umgehend und sich ihrem Schicksal ergeben - die jüngsten Ereignisse in New Orleans und Nachlässigkeiten der Regierung Bush im Vorfeld dieser Katastrophe sind mehr als nur ein gutes Beispiel hierfür.
Die DVD-Umsetzung ist technisch etwas gar spartanisch ausgefallen, Bild und Ton lassen doch Wünsche offen. Bedenkt man den Kaufpreis des Paketes von knapp 35 Euro ist das doch etwas zu hoch angesetzt.
Die Technischen Daten Titel / Produktion: The awful truth, USA 1999 Laufzeit: 300 Minuten Regie: Michael Moore Darsteller: Michael Moore und andere Bildformat: Vollbild (1.33:1) Tonformat: DD 2.0 Stereo Englisch Untertitel: Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte Altersfreigabe: freigegeben ab 12 Jahren Preis: knapp 20 Euro pro 2 DVD-Set EAN: 0828766683196
Bewertung: Film: 85 % Bild: 80 % Ton: 80 % Extras: 75 % Gesamt: 80 % |