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Gesamtwertung 73 %
Mirko Borschts Film "Kombat Sechzehn" ist ein genaues Soziogramm und ein frischer, bisweilen etwas schwankender Spielfilm, der zeigt, welches die Wurzeln des alltäglichen Rechtsradikalismus vor allem im Osten Deutschlands sind und wie schnell und leicht Jugendliche sich verführen lassen, wenn bestimmte Faktoren wie Zugehörigkeitsgefühl, soziale Not und ganz normale Pubertätsprobleme zusammenkommen.
Studio / Verleih: Credofilm / Eurovideo Genre: Drama System: DVD-9 Release-Datum: 16.1.2006
Der Film Ein Umzug von Frankfurt/Main nach Frankfurt/Oder - das ist nicht leicht für den sechzehnjährigen Georg (Florian Bartholomäi). Er war kurz davor, hessischer Landesmeister im Taekwondo zu werden und schwer in die Tochter seines Trainers, seine beste Freundin Jasmin, eine Schwarze verliebt.
Durch den Umzug verliert Georg alles, was ihm wichtig ist: Seine Freunde, seine Kampfsportkarriere und sein inneres Gleichgewicht. In seiner neuen Klasse wird er prompt von Thomas (Ludwig Trepte), dem Anführer einer rechtsradikalen Clique, herausgefordert. Im Kampf geht Georg als Sieger hervor und verdient sich bei Thomas und seiner Gefolgschaft Respekt.
Obwohl Georg nichts mit der Gruppe zu tun haben will, erkennt er seine Ähnlichkeit mit Thomas und willigt ein, ihn in Taekwondo zu unterrichten. Die erste Frage seiner Mitschüler an Georg ist: "Wo stehst du politisch - links oder rechts?" Noch hat sich Georg nicht entschieden. War er noch vor dem Umzug ganz gegen rechts, so sympathisiert er zusehens mit der ausländerfeindlichen Gesinnung. Ohne den Halt im Taekwondo-Club, ohne seine Freundin Jasim und immer im Disput mit seinem Vater, auf den er eine enorme Wut hat, verfällt er sehr schnell der rechtsradikalen Clique, die er unterstützt und sogar verteidigt.
Auch findet er Jasmin in den Armen eines anderen als er sie ohne Vorankündigung besucht. Sein Gemütszustand verändert sich dramatisch: Er trinkt, raucht und wird äußerst aggressiv. Seine Schwester und sein Vater versuchen ihn, vom falschen Weg abzubringen aber ohne Erfolg. Kann sich Georg doch noch fangen?
Das Bild Neben Schwächen wie öfter fehlende Schärfe oder Unsauberkeiten fehlt es dem Bild an der Farbintensität. Trotzdem halten sich diese Mängel in Grenzen und fallen nicht übermäßig auf. Eine hohe Wertung kann die Bildqualität aber auch nicht erhalten.
Der Ton Erfreulicher als das Bild präsentiert sich die Tonqualität. Durch die Lautsprecher sind sowohl Sprache als auch Effekte deutlich und räumlich hörbar. Die klangliche Tiefe könnte aber besser sein. Die Musikstücke bzw. der Soundtrack haben Saft und erklingen nicht gerade zaghaft.
Die Ausstattung Bei den Extras finden sich zwei Audiokommentare: Regisseur und Schauspieler (Mirko Borscht, Ludwig Trepte, Max Mauff und Florian Bartholomäi) und der Audiokommentar von Regisseur, Kameramann und Filmkomponist. Auf dem animierten Hauptmenü kann man sich zudem den Kino-Trailer und eine EPIX-Trailer-Show ansehen. Wer ein Making Of und weitere Extras haben will, der muss sich wohl oder übel die Spezial-Edition zulegen.
Das Fazit Mirko Borscht ist mit "Kombat Sechzehn" kein Meisterwerk aber trotzdem ein gelungener Film geglückt, der das immer aktuelle Thema des Rechtsradikalismus schonungslos aufzeigt. Das Schockierende ist vorallem die Tatsache, dass praktisch jeder dem Wahn verfallen kann, wenn viele Dinge über einem hereinbrechen und man damit nicht umzugehen weiss. Genau das widerfährt dem Protagonisten und Musterknaben Georg, der das am eigenem Leib erfahren muss. Obwohl der film recht langweilig anfängt und fortwährend an Tiefgang verliert so überrascht er ca. ab der Hälfte und wird richtig emotional und überzeugend. Daher hat mir besonders die zweite Hälfte des Filmes gefallen.
Die technischen Daten Ländercode 2 Land/Jahr: D/2005 Laufzeit: ca. 90 Minuten Sprache: Deutsch Dolby Digital Stereo 2.0 (TV-Mix); Deutsch Dolby Digital Stereo 2.0 (Kino-Mix) Untertitel: Deutsch, Englisch Bildformat: 16:9 anamorph 1,78:1 Regie: Mirko Borscht Darsteller: Florian Bartholomäi, Ludwig Trepte, Max Mauff, Matthias Schweighöfer, Isabelle Mbarga, Falk Rockstroh, Christine Diensberg FSK: ab 16 Jahren Preis: ca. 15 €
Die Bewertung Film: 68 Bild: 75 Ton: 85 Extras: 65 Gesamt: 73 |