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Darwins Alptraum PDF Drucken
Geschrieben von [TG]   
Mittwoch, 1. März 2006

Gesamtwertung 83 %

DARWINS ALPTRAUM beschreibt eindrucksvoll eines der größten Probleme der Menschheit in der heutigen Zeit – die Globalisierung und ihre negativen Folgen. In seiner neuen Dokumentation befasst sich der Regisseur Hubert Sauper mit dem Viktoria See und der ökologischen Katastrophe, die durch den Nilbarsch ausgelöst wurde. Was das im Einzelnen heisst, lest ihr hier...

Studio / Verleih: Mille Une Productions / Sunfilm
Genre: Doku
System: DVD-9
Release-Datum: 07.12.2005

Der Film
Was in den 60er Jahren als kleines wissenschaftliches Experiment am Victoriasee in Afrika begann, stellt sich heute als ökologisches und ökonomisches Horror-Szenario am größten tropischen See der Welt dar. Der damals ausgesetzte Nilbarsch vernichtete über die Jahrzehnte nicht nur einen Großteil der 400 anderen Fischarten - der in der westlichen Welt so begehrte Fisch ist inzwischen beliebtes Zahlungsmittel für Waffen, durch die jeden Tag Tausende von Menschen in der Region ums Leben kommen. Für viele ist es ein lukratives Geschäft: internationale Waffenhändler, russische Piloten, Fischhändler, afrikanische Minister und Funktionäre – alle kassieren ab, nur die Einheimischen gehen leer aus. Sie werden nämlich für einen Hungerslohn in der Fischfabrik eingestellt, die Mädchen verkaufen sich für Geld an Piloten, die ganz Armen bekommen nur die verdorbenen Fischreste, da sie sich den Nilbarsch gar nicht leisten können. Es ist erschreckend und widerlich zu sehen, um ein Beispiel zu nennen, wie diese madenverseuchten und nach Ammoniak stinkenden Reste von der Bevölkerung zum Ausräuchern aufgehängt und danach verspeist werden. Die Kids müssen sich auf der Straße durchschlagen und schnüffeln am Klebstoff, den sie selbst aus den Plastikverpackungen kochen.

Schaut man sich die Doku an, so muss man einmal mehr behaupten, dass diese Welt in Punkto Gerechtigkeit und Diakonie noch am Anfang steht.

Das Bild
Eines der wenigen Mankos, die die Doku vorzuweisen hat, ist die mangelnde Sauberkeit des Bildes. Je nach Drehort bessert sich die Qualität spürbar, optimal ist sie aber nie. So bietet sich dm Betrachter eher ein grob körniges unscharfes und fahdes Bild, das wenig Farbintensität zeigt und als irritierend empfunden wird. Insbesondere Nachtszenen sehen sehr schummrig und unruhig aus. Ein Sehgenuss kommt dadurch nur selten auf.

Der Ton
Bei der Tonqualität können im Vergleich zum Bild bessere Noten vergeben werden. Der Dolby Digital 5.1 Sound entfaltet zwar nur selten seine volle Wirkung, für eine Doku aber kann er sich gut hören lassen. Die Interviews mit den Einheimischen in mehreren Sprachen sind verstehbar. Diese sind nicht auf deutsch synchronisiert, was vielleicht den einen oder anderen stört, sondern mit deutschen Untertiteln unterlegt. Ich finde, dass es eher ein Vorteil ist. Man bekommt das ganze Spektrum der verschiedenen Sprachen mit, sei es das gebrochene Englisch der Einheimischen oder ihre Muttersprachen.

Die Ausstattung
Auf den ersten Blick scheint die Ausstattung relativ schwach ausgefallen zu sein. Auf der anderen Seite aber findet sich abseits der DVD ein 24-seitiges Booklet mit massig Informationen über die Vorgeschichte des Nilbarsch-Problems, Die Dreharbeiten, den Regisseur und die Hilfsorganisationen wie Greenpeace oder Global Nature Fund. Außerdem ist im Lieferumfang "der kleine Fischführer" von Greenpeace dabei, welcher Auskunft über Fische gibt, die eher bedenklich für den Verzehr sind. Auf der DVD selbst befindet sich der Kinotrailer, das Musikvideo von Wolfgang Niedecken (Spendenaufruf "Gemeinsam für Afrika" mit Wolfgang Niedecken). Das DVD-Menü ist animiert und mit Soundeffekten. Die DVD kommt in einem hochwertigen und schönen Kartonschuber daher.

Das Fazit
Mit "Darwins Alptraum" ist dem Regisseur Hubert Sauper eine realistische und schonungslose Dokumentation über den Vikotria See, ihre Einwohner und die Profitgier der Konzerne gelungen. Einmal mehr wird gezeigt, wie die Natur und die ohnehin schon armen Menschen in dem Gebiet wegen Geldgier ausgenutzt werden. Dass für den Fisch anscheinend sogar Waffen aus Europa als Zahlungsmittel dienen ist mehr als skandalös.

Die technischen Daten
Ländercode 2
Land/Jahr: Belgien, Frankreich, Österreich/2004
Laufzeit: 106 Minuten
Sprache: Multilingual: Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0 Stereo
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 16:9 (1.85:1) anamorph
Regie: Hubert Sauper
Darsteller: -
FSK: ab 12 Jahren
Preis: ca. 20 €

Die Bewertung
Film: 98
Bild: 67
Ton: 91
Extras: 75
Gesamt: 83

Letzte Aktualisierung ( Montag, 27. Februar 2006 )
 
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