|

Gesamtwertung: Sehr sehenswert
Opera Buffa in 4 Akten Libretto: Lorenzo da Ponte
Studio / Verleih: TDK Musik Genre: Oper System: DVD Video Release: Dezember 2005
1. Akt Figaro, der Susanna, die Kammerzofe der Gräfin Almaviva, heiraten möchte, hat vom Grafen einen Raum im Schloß erhalten, den er nun in Augenschein nimmt. Die Lage des Zimmers – zwischen den Gemächern des Grafen und der Gräfin – erscheinen ihm geradezu ideal für ein Dienerpaar. Seine Braut probiert derweil einen neuen Hut und berichtet, daß der Graf ihr nachstellt. Sofort Figaro versteht, warum er nun im Schloß wohnen soll und will sich vorsehen. Es erscheinen Bartolo und Marcellina, die nach Figaro suchen, da dieser, wie sie behaupten, für ein Eheversprechen von Marcellina Geld genommen hat. Marcellina will jetzt den Kammerdiener verklagen. Der Arzt, der sich an Figaro wegen der Entführung seines Mündels rächen möchte, steigt in das Komplott ein. Als Susanna zurückkommt, trifft sie auf Marcellina und die beiden beginnen zu streiten.
Da stürzt der Page des Grafen, Cherubino, herein, der gerade mit Barbarina, der Tochter des Gärtners, ertappt wurde und Susanna um Hilfe bittet. Der Jüngling, der für alle Frauen schwärmt ist verzweifelt, denn der Graf will ihn entlassen. Als er den Graf überraschend nahen hört, versteckt er sich hinter einem hohen Lehnstuhl. Der Graf kommt herein und hofiert Susanna, wird dabei aber von Basilio gestört, der nach ihm sucht. Jetzt versteckt sich der Graf hinter dem Sessel, den Cherubino gerade verlassen hat. Cherubino ist auf einen anderen Sessel gesprungen und von Susanna mit einem Kleid zugedeckt worden. Basilio spricht von der Liebe des Grafen zu Susanna und warnt diese vor Cherubinos Schmeicheleien, der allen weiblichen Wesen, sogar der Gräfin, nachstelle. Zornig und eifersüchtig verläßt der Graf sein Versteck und befiehlt, den Pagen aus dem Schloß zu jagen. Er hebt zufällig das Kleid weg und entdeckt den dort versteckten Pagen. Aufgebracht meint der Graf, das ganze Schloß alarmieren zu müssen. Susanna aber macht ihn darauf aufmerksam, daß Cherubino gesehen hat, wie er ihr den Hof machte. Zum Glück kommen Figaro, Bauern und Bäuerinnen, die dem Grafen für die Aufhebung des Herrenrechtes danken auf die Bildfläche und unterbrechen das Vorgehen. Danach aber wendet sich der Graf wieder Cherubino zu. Er befördert den unangenehmen Mitwisser seiner Verführungsversuche zum Offizier und kommandiert ihn ab ins Feld. Außerdem verschiebt der Graf Figaros Hochzeit und hofft, daß der nun Marcellina heiraten muß. Nur der Kammerdiener ist fröhlicher Dinge und singt dem Pagen ein spöttisches Abschiedslied.
2. Akt Die Gräfin spürt derweil, daß sie ihr Gemahl nicht mehr wie früher liebt. Figaro und Susanna unterbreiten ihr einen Plan, der den Grafen zurückbringen soll, wobei Figaro hofft, daß dann auch Susanna vor dem Herrn sicher ist. Man beschließt also, daß Susanna dem Grafen ein Stelldichein gewähren soll, aber an ihrer Stelle Cherubino, als Mädchen verkleidet, dorthin geht. Der Page ist damit sofort einverstanden. Gedrängt von Susanna, trägt er der Gräfin ein selbstverfaßtes Lied vor und probiert Kleider an, und vergißt darüber die Zeit. Plötzlich klopft es der Garf an der Tür. Schnell eilt Cherubino in das Zimmer der Gräfin und schließt sich dort ein. Der Graf durchsucht alles und vermutet in dem verschloßenen Zimmer einen Liebhaber seiner Frau. Während er nach Werkzeugen zum Aufbrechen der Tür sucht, läßt Susanna Cherubino heraus und geht selbst in das Zimmer der Gräfin. Während Cherubino durch das Fenster in den Garten springt bricht der Graf die Türe auf und findet Susanna, die ein Hochzeitskleid anprobiert, wie es die Gräfin geschildert hat. Beschämt bittet der Graf um Verzeihung, wird aber gleich wieder mißtrauisch, denn der Gärtner Antonio erzählt, daß jemand aus dem Fenster gesprungen ist und seine Blumen zertreten hat. Figaro behauptet, er sei aus dem Fenster gesprungen. Antonio aber zeigt das Patent, das der Täter verloren hat. Noch einmal rettet Figaro die Situation, indem er vorgibt, das Papier an sich genommen zu haben, weil es noch nicht gestempelt sei. Die Gräfin ist gerettet, doch Figaro geht es schlecht, denn Marcellina, Bartolo und Basilio sind immer noch da. Sie verlangen, Figaro solle seine Schulden bezahlen oder Marcellina heiraten.
3. Akt Die Gräfin hat eine neue Idee: Susanna soll dem Grafen ein Rendezvous versprechen, zu dem die Gräfin in den Kleidern ihrer Zofe gehen werde. Der Graf ist über das bevorstehende Stelldichein sehr erfreut und verspricht Susanna, Figaros Schuld an Marcellina zurückzuzahlen. Als er aber hört, daß Susanna nur Figaro liebt, beschließt Almaviva wütend, sich an beiden zu rächen, und gibt Don Curzio die Erlaubnis, den Prozeß gegen Figaro zu beginnen. Dieser endet anders als der Graf erwartet hat: Es stellt sich heraus, daß Figaro Marcellinas unehelicher Sohn ist. Als Vater wird Bartolo entdeckt, der Marcellina nun heiraten darf. In einem Moment der Melancholie sinnt die Gräfin ihrem verlorenen Glück mit dem Grafen nach. Sie diktiert Susanna einen Brief, der den Grafen zum Rendezvous mit der Kammerzofe lockt. Mit einer Nadel signiert sie das Schreiben, die der Graf zum Zeichen seines Einverständnisses zurückschicken soll. Als eine Schar junger Mädchen der Gräfin huldigt, erkennt Antonio unter ihnen den gut verkleideten Cherubino und meldet dies dem Grafen. Barbarina, der Almaviva ebenfalls verpflichtet ist, bittet für Cherubino und bekommt die Zusicherung, daß ihm nichts geschieht. Dann überreicht der Graf Marcellina und Susanna mißmutig den Brautschleier und läßt alles für den Abend zu einer Doppelhochzeit vorbereiten.
4. Akt Barbarina jammert, den sie hat die Nadel, die sie dem Grafen bringen sollte, verloren. Auch Figaro hat von dem Rendezvous erfahren und meint, daß Susanna ihn betrüge. Marcellina, die nicht an Susannas Schuld glaubt, gelingt es dennoch nicht Figaro zu beruhigen. Er bestellt Bartolo und Basilio zu sich, um den Grafen zu erwischen. Im Dunkel des Parks stellen sich nun alle Personen ein. Barbarino und Cherubino geistern umher. Die Gräfin und Susanna erscheinen mit vertauschter Kleidung. Sie bemerken Figaro, der vor Wut platzt, als der Graf der vermeintlichen Susanna den Hof macht und mit ihr im Pavillon verschwindet. Bald trifft er die wirkliche Susanna, die er zunächst für die Gräfin hält, dann aber seinen Irrtum bemerkt. Er verstellt sich und schwärmt seine Braut als Gräfin an, bis eine kräftige Ohrfeige allem ein Ende macht. Der Graf sieht den Kammerdiener zu Füßen seiner Frau und ruft um Hilfe, so daß alle herbei eilen. Man bittet den Grafen, Figaro zu verzeihen, was Almaviva so lange verweigert, bis aus einem anderen Pavillon die wirkliche Gräfin, als Susanna angezogen, hervortritt und sich zu erkennen gibt. Der Graf sieht ein, daß er seiner Gemahlin Unrecht getan hat und bittet um Verzeihung. Freudig brechen alle zum doppelten Hochzeitsfest auf.
In dieser Verwicklungskomödie aller erster Klasse genießt man neben dem Witz der Handlung auch ausgezeichnete Stimme. Besonders hervorzuheben sind Giorgio Surina als Figaro und Lucio Gallo als Graf Almaviva und besonders Marina Comparato als Cherubino.
Während Mozart in allen Klangfarben diese Opera buffa schrieb, ist das Bühnenbild im Kontrast unglaublich farb- und einfallslos ausgefallen! Zwar ist man um historische Kostüme bemüht und verfällt nicht der Versuchung zu „modernisieren“, aber auch hier bleibt alles weitestgehend beige in beige. Jedoch besticht das hohe schauspielerische Talent der Künstler und entschädigt hier reichlich.
Mit Zubin Metha wird in der TDK Klassik-Reihe ein weiterer prominenter Dirigent unserer Zeit vorgestellt.
2 DVD mit 181 Minuten Laufzeit Sound Einstellungen: DD 5.1, DTS 5.1, LPCM Stereo Bildformat: 16:9 anamorphic, NTCS Untertitel: Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch
|