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Gesamtwertung 88 %
Freundschaft, Verlust, Hoffnung und Tod. Aber ich bin doch erst 12...
Studio/Verleih: Sunfilm Genre: Drama System: Pal; Region 2 Release Datum: 19.10.2005
Der Film: Eine junge Frau bewirbt sich mit Ihrem Sohn um eine Wohnung, was in Japan nicht so leicht zu sein scheint. Da sie zusichert, dass ihr Sohn keinen Lärm macht bekommt sie letztendlich auch die Wohnung. Beim Auspacken der Koffer kommen noch 2 Kinder zum Vorschein, die auf diese Art und Weise in die Wohnung geschmuggelt werden. Kind Nummer 4 ist zu groß für die Koffer und kommt in der Nacht per Bahn nach. Bis auf den ältesten Sohn darf keines der Kinder das Haus verlassen, ja nicht einmal auf den Balkon. Lediglich die älteste Tochter darf zur Nutzung der Waschmaschine den Balkon betreten. Selbst die Schule darf keines der Kinder besuchen.
Die Mutter verschwindet in immer längeren Abständen und lässt die Kinder auf sich allein gestellt zurück, lediglich ein wenig Geld lässt sie da. Bis sie eines Tages nicht mehr wieder kommt und auch kein Geld mehr schickt.
Das Bild: Fehler im Bild sucht man vergeblich. Auch die Farben sind harmonisch und unterstreichen die Geschichte. Die teilweise sehr beklemmenden Aufnahmen fangen die Stimmung der Geschichte genau richtig ein und verstärken den gewollt bitteren Beigeschmack der Story perfekt.
Der Ton: Der Ton lässt keinen Grund zum Meckern aufkommen, allerdings spielt er in der Geschichte nicht so große Rolle, da hier mehr die Bilder sprechen. Ein großes 5.1 Feuerwerk sucht man hier vergeblich, zum Glück.
Ausstattung: Die DVD kommt in einem schönen Digi Pack daher. Auf der ersten Disk befindet sich der Film mit deutscher oder japanischer Tonspur. Auf der zweiten Disk findet man eine Reihe von Extras, wie z.B. Interviews mit dem Regisseur, Behind the Scenes, Anmerkungen des Regisseurs, Produktionsnotizen, eine Fotogalerie, Bio & Filmografien, sowie die an sich schon üblichen Trailer. Fast perfekt, lediglich ein Audiokommentar fehlt, was schade ist, da sich so der Film dem einzelnen sicher noch besser öffnen würde.
Fazit: Nobody Knows ist kein Film den man nicht nebenbei guckt. Dazu ist das Thema zu real und leider mittlerweile auch allgegenwärtig. Verwahrlosung, Misshandlung und soziale Not gibt es ja leider in jedem Land. Ruft man sich vor Augen, dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht, liegt sie noch mal schwerer im Magen. Die langsame Erzählweise trägt ebenfalls dazu bei, dass sich die Brutalität und die Verzweiflung der Geschichte richtig entwickeln können. Allerdings liegt hier auch der Schwachpunkt des Films. Zuschauer die kein wirklicher Fan dieses Genres sind, verlieren schnell die Lust dem Film weiter zu folgen, da man ihn mit ein paar Schnitten um einiges schneller und allgemein verträglicher hätte machen können. Ob das Sinn machen würde, sollte jeder für sich entscheiden, da man den Film auf jedenfall gesehen haben sollte. Kino kann und muss nicht immer rosig und angenehm sein, was Nobody Knows sehr schön beweist.
Technische Daten: Laufzeit: 141 Minuten Regie: Hirokazu Kore-Eda Hauptdarsteller: Yuya Yagira, Ayu Kitaura, Hiei Kimura, Momoko Shimizu, Hanae Kann Bild: 16:9, 1:1,85 Audio: Deutsch Dolby Digital 5.1, Japanisch Dolby Digital 5.1 Untertitel: Deutsch FSK: FSK 12 Preis: ca. 20 Euro
Bewertung: Sound: 85 % Bild: 90 % Film: 90 % Ausstattung: 85 % Gesamtbewertung: 88 % |