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Gesamtwertung 88 %
Mutig, urkomisch und mit viel Einfühlungsvermögen gelang Autor und Regisseur Don Roos (Das Gegenteil von Sex) eine ausgesprochen originelle Komödie über die Unwägbarkeiten des Lebens und der Liebe, in der verborgene Geheimnisse, verpasste Gelegenheiten und zweite Chancen beweisen, dass das glücklichste Ende häufig völlig unerwartet kommt.
Studio / Verleih: Lions Gate Films / Sony Entertainment Genre: Comedy/Drama System: DVD-9 Release-Datum: 28.03.2006
Der Film "Happy Endings" erzählt zehn kleine Geschichten, auf die hier im Einzelnen nicht umbedingt eingegangen werden muss. Viel wichtiger ist es, den Zusammenhang dieser Geschichten darzustellen. Erst durch die schwarzhumorige und facettenreiche Erzählweise wird "Happy Endings" zum Knüller.
Unterhaltsam und gekonnt werden die Ereignisse und die Schicksale der zehn Hauptprotagonisten, die zunächst relativ belanglos zueinanderstehen, zu einer grossen Geschichte mit einander verwebt. Am Anfang ist es noch relativ schwer, einen roten Faden zu finden, da viele Parallelen eingesetzt werden und viele Informationen auf einmal auf den Zuschauer regnen. Im fortschreitenden Spielverlauf sieht man immer mehr das Licht am Firmament - Auf Überraschungen muss man jedoch immer gefasst sein. Genau das schafft Spannung und Interesse am Weiterschauen.
Der Regisseur zeigt mehrere Plotstränge: Marnie (Lisa Kudrow) bekommt im Teenageralter vor 20 Jahren ein Kind mit ihrem schwulen Stiefbruder Charley (Steve Coogan). Obwohl sie das Kind abtreiben wollte, trägt sie es aus und gibt es zur Adoption frei. Nun kommt ein erpichter Nachwuchsregisseur, der den Aufenthaltsort ihres Sohnes kennt, auf sie zu. Er will aber die Identität ihres Kindes erst preisgeben, wenn Marnie zustimmt, einen Dokumentarfilm darüber zu drehen. Er hegt damit die Hoffnung, bekannt zu werden und Ruhm aus der Sache zu schlagen. Stattdessen bietet sie ihm einen Film über die sexuellen Gefälligkeiten ihres Massage-Lovers Javier an. Weiter im Film geht es um Charley, der sein Outing inzwischen hatte und sich fragt, ob sein Lebensgefährte und Geschäftspartner Gil der Vater des Babys eines lesbischen, befreundeten Pärchens ist, welches ihm wie aus dem Gesicht geschnitten ist.
Eine weitere Geschichte befasst sich mit dem schwulen Drummer Otis, der sich geschlechtlich noch nicht entscheiden kann und ein Verhältnis mit der Sängerin Jude beginnt, die aber auch gleichzeitig mit seinem Midlife-Crisis Vater Frank (Tom Arnold) schläft. Dieser ist reich und fällt auf die schöne und aufregende Jude herein, die nur an das Geld will.
Wie schon oben erwähnt, sind die Charaktere auf die eine oder andere Weise miteinander verknüpft oder kommen sich per Zufall nahe. Dies gelingt der Geschichte und dem Regisseur auf eine eindrucksvolle Weise.
Das Bild Wirklich überzeugen kann die Bildqualität nicht. Neben die gelegentliche Unschärfe schleichen sich pixelartige Strukturen ins Bild. Dies zum Glück nur vereinzelt. Es gibt jedoch auch Lichtblicke, die sich in den relativ satten Farben manifestieren. Unsauberkeiten lassen sich nicht finden und auch sonstige Bildunebenheiten sucht man beinahe vergebens.
Der Ton Neben der deutschen Dolby Digital 5.1 Spur finden sich erfreulicherweise auch eine englische und tschechische. Die Tonspuren klingen sauber, glänzen aber nicht umbedingt vor Tiefe. Da der Film auf der anderen Seite fast ohne Spezialeffekte auskommt muss der Ton nicht vor Raumtiefe strotzen. Die Dialoge kommen auch so sehr gut rüber.
Die Ausstattung Bei der Auswahl hat man folgende Accessoires: - Gag Reel (4 Minuten) - Entfallene Szenen (ca. 15 Minuten) - Hinter den Kulissen (11 Minuten) - Filmszenen-Montage (3 Minuten) Der Filmkommentar von Don Ross, Clark Mathias und Lisa Kudrow ist nach Lust und Laune einblendbar. Dazu gibt es noch Trailer zu anderen DVDs.
Nicht besonders viel Videomaterial aber trotzdem informativ und gelungen.
Das Fazit "Happy Endings" schafft es, eine gute Mischung aus Comedy und Drama auf den Bildschirm zu projezieren. Der Film erinnert in Ansätzen an American Beauty, ist von der Vielschichtigkeit der Geschichte mit Magnolia oder 21 Gramm vergleichbar. Der Inhalt dreht sich hauptsächlich um die vielen Aspekte und Kuriositäten des Lebens, insbesondere aber geht es um Freundschaft, Beziehungen und den Umgang mit Sex. Trotz der komplexen und stark verwobenen Geschichte ist man in der Lage, dem Spielgeschehen nach anfänglichen Schwierigkeiten zu folgen. Die Filmlänge empfand ich als nicht besonders störend. Hier und dort schleppte sich die Geschichte etwas dahin, ohne aber zu langweilig zu werden. Wer auf anspruchsvollere und gesellschafts-"kritische" Filme steht, der ist mit "Happy Endings" gut bedient.
Die technischen Daten Ländercode 2 Land/Jahr: USA/2005 Laufzeit: 127 Minuten Sprache: Deutsch Dolby Digital 5.1, Englisch Dolby Digital 5.1,Tschechisch Dolby Digital 5.1 Untertitel: Englische Untertitel für Hörgeschädigte, Deutsch, Englisch, Türkisch, Tschechisch Bildformat: 16:9 (2.35:1) anamorph Regie: Don Roos Darsteller: Tom Arnold, Jesse Bradford, Bobby Cannavale, Sarah Clarke, Steve Coogan, Tamara Davies, Ramon De Ocampo, Laura Dern, Roxy DiCamillo, Caker Folley, Amanda Foreman, Edward Furlong, Johnny Galecki, Kim Morgan Greene, Maggie Gyllenhaal, Hallee Hirsh, Emma Hunton, Eric Jungmann, Lisa Kudrow, Ray Liotta, Rob Macie, Rayne Marcus, Jason Ritter, Anna Shemeikka, Soledad St. Hilaire, David Sutcliffe, A.J. Trauth FSK: ab 12 Jahren Preis: ca. 15 €
Die Bewertung Film: 90 Bild: 89 Ton: 92 Extras: 80 Gesamt: 88 |