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Gesamtwertung 72 %
Eine Osloer Studentin wird brutal vergewaltigt. Die Kriminalkommissarin Hanne Wilhelmsen übernimmt die Aufklärung. Doch während ihrer Ermittlungen erschüttern andere grausame Verbrechen die Stadt, und der Vater des Opfers setzt alles daran, den Täter auf eigene Faust zu stellen...
Studio / Verleih: Nordic Screen Production / Epix Genre: Thriller System: DVD-9 Release-Datum: 16.03.2006
Der Film Anne Holt, ehemalige Polizistin, Rechtsanwältin und Justizministerin Norwegens, schildert in ihren Bestsellern mit Insiderwissen packende Kriminalfälle. Mit "Rache für meine Tochter" (nach dem Roman "Selig sind die Düsteren") entstand nach "Justitia - Blinde Göttin" die zweite Thriller-Verfilmung. In dieser geht es vordergründig um die Aufklärung der Vergewaltigung an einer jungen Studentin. Als sie eines abends nach Hause kommt, wird sie von einem Triebtäter überrascht und im eigenen Haus brutal vergewaltigt. Der Vater findet seine Tochter nackt und gefesselt auf dem Bett vor. Das verstörte Mädchen ist mit den Nerven völlig am Ende. Nur ungern beantwortet sie die Fragen der Polizei, die nun fieberhaft nach dem Täter fahndet. Doch die Suche gestaltet sich sehr schwierig. Zudem herrscht in der Stadt ein Serientäter, der auf der Jagd nach illegal ansässigen Ausländerinnen ist, diese vergewaltigt und umbringt. Am Ort der Verbrechen hinterlässt er mit Blut geschriebene Ziffern, mit denen die Polizei zunächst nichts anfangen kann. Erst später findet die Kriminalkommissarin Hanne Wilhelmsen heraus, dass es sich um die Codenummern der zu ausweisenden illegalen Einwanderer handelt.
Hanne Wilhelmsen ist auch für den Fall der Studentin verantwortlich, doch die Aufklärung gestaltet sich als schwierig. Als kein Fortschritt erziehlt wird, nimmt der Vater den Fall selbst in Angriff und kommt dem Täter allmählich auf die Spur.
Die Kommisarin gibt die Suche aber nicht auf und ermittelt, dass die Vergewaltigung an der Studentin im Zusammenhang mit dem Serienmörder steht. Wie das im Einzelnen geschieht und ob der Vater vor der Ausübung der Selbstjustiz gestoppt werden kann, das muss man sich selbst ansehen.
Das Bild Häufige Unschärfe und Verschmutzungen sind bei dem Film keine Seltenheit. Eine beträchtige Pixelbildung und gelegentliches Nachziehen des Bildes lässt sich auch nicht verschweigen. Somit kommen Farben und Kontraste nur wenig zur Geltung und können zum besseren Gesamteindruck nur wenig beitragen.
Der Ton In Sachen Ton kann auch hier von wenig Hörgenuss die Rede sein. Die Effekte und Nebengeräusche weisen nur wenig Tiefenklang auf, die Dialoge sind zwar gut verständlich und gut synchronisiert klingen aber gedämpft. Ein Lob verdient die emotionsreiche und kräftige Musik, die den Filmcharakter toll zu unterstützen vermag.
Die Ausstattung Auf Texttafeln gibt es Biographien von Anne Holt, Carl Jørgen Kiønig und Kjersti Elvik. Karen Schulz-Vobach liest einige Passagen (Gelesene Textproben aus "Selig sind die Dürstenden" von Anne Holt) (13 Minuten). Man kann während des Vorlesens den Text auf Tafeln verfolgen. Ansonsten gibt es im animierten Menü nur noch eine Trailershow. Es wird einem also nicht sehr viel geboten. Von einer sehr guten Bewertung der Extras kann hier demnach nicht die Rede sein.
Das Fazit Selbstjustiz ist natürlich ein heikles Thema. Man kann Menschen verstehen, die Rache nehmen wollen, besonders in schwerwiegenden Fällen. "Rache für meine Tochter" beschreibt dieses Thema sehr deutlich. Der Vater ist verzweifelt, seine Tochter ist nicht mehr die gleiche wie früher, die Polizei vertröstet ihn und hat Mühe, nach dem Täter zu fahnden. Was liegt also näher als von Rachegefühlen geplagt zu sein und zu versuchen, die Angelegenheit in die eigene Hand zu nehmen. Besonders spannend wird der Film selten, langweilig wird er aber nie.
Ich könnte mir vorstellen, dass der Roman in dieser Hinsicht mehr überzeugt. Man muss sich schon sein eigenes Urteil bilden.
Die technischen Daten Ländercode 2 Land/Jahr: Norwegen/1997 Laufzeit: 113 Minuten Sprache: DD 2.0 Surround: Deutsch, Norwegisch Untertitel: Deutsch Bildformat: 16:9 anamorph Regie: Carl Jørgen Kiønig Musik: Aasmund Feidje Buch: Anne Holt Darsteller: Kjersti Elvik, Gjertrud L. Jynge, Lasse Kolsrud, Anne Ryg FSK: ab 16 Jahren Preis: ca. 15 €
Die Bewertung Film: 80 Bild: 70 Ton: 75 Extras: 60 Gesamt: 72 |