
Gesamtwertung 82 % Ein Haushalt voller Frauen wirbelt in den 50er Jahren ein isländisches Fischerdorf durcheinander. Vielfach ausgezeichnete Tragikomödie nach dem gleichnamigen Roman. Mit Heino Ferch als Frauenschwarm Björn Theodor. So viel zur Einleitung, hier kommt die Kritik... Studio / Verleih: ISFILM, Hope & Glory Filmproduction / Epix Genre: Schwarze Komödie/Drama System: DVD-9 Release-Datum: 9.04.2007
Der Film
Island nach Ende des Zweiten Weltkriegs: Freya, die junge Witwe eines US-Soldaten, der auf mysteriöse Weise gestorben ist, kehrt in ihre Heimat zurück. Ihr unangepasstes Verhalten verdreht den Männern den Kopf und irritiert die Frauen. Doch die Heimkehrerin hat es auf den begehrtesten Mann des Dorfes, Björn Theodor, abgesehen, einen Bauingenieur aus reicher Familie. In dem Chaos behält nur noch die elfjährige Agga den Überblick. Schon am Anfang als Freya ankommt, ahnt Agga, dass mit dieser Ankunft ein Unheil heraufziehen wird. Seitdem nämlich die temperamentvolle und geheimnisvolle Freya da ist, geschehen merkwürdige Dinge - So stirbt z.B. ein Frauenschläger in seinem Haus als es abbrennt. Es sieht nach einem Unfall aus, Agga verdächtigt aber Freya es angezündet zu haben. Niemand schenkt jedoch Aggas Anschuldigungen Glauben, nicht einmal der charmante Dorfpolizist. Ein Unglück jagt das andere.
Freya setzt alles daran, Björns Vermögen bzw. das seiner Mutter, unter ihren Nagel zu reissen. Dabei wird sie immer von Agga mistrauisch beobachtet - Gelingt es dem kleinen Mädchen hinter Freyas Geheimnise und ihre Absichten zu kommen?
Das Bild
Der genügsame Seher wird mit dem Erscheinungsbild zufrieden sein. Anspruchsvolleren Zuschauern wird vielleicht die Mattheit der Farben, geringfügige Unsauberkeit des Bildes und teils fehlende Schärfe auffallen. Insgesamt aber handelt es sich um ansehnliche und adequate Qualität.
Der Ton
Die malerische aber karge Landschaft Islands wird durch passende Filmmusik untermalt - Das Flair des Films kommt dadurch authentisch rüber. Die Dynamik entspricht den üblichen Standards, die Dialoge sind gelungen synchronisiert, bei der Raumtiefe besteht ein wenig Nachholbedarf.
Die Ausstattung
Neben dem Originaltrailer, einem Making of (ca. 4 min., mit englischen Untertiteln) und unveröffentlichten Szenen (ca. 6 min.) hat man zudem die Wahl, auf Texttafeln Wissenswertes über die Personen, den Regisseur und den Film zu erfahren. Eine Fotogalerie und die übliche Epix-Trailershow fehlt auch nicht. Es handelt sich hier um eine gelungene aber etwas kurze Zusammenstellung, die aber den Ansprüchen der meisten Zuschauer genügt.
Das Fazit
"Möwengelächter" hat den Roman von Kristin Marja Baldursdóttir als Grundlage - Ich selbst kenne das Buch nicht, kann mir aber aufgrund dieser Verfilmung von Ágúst Guðmundsson vorstellen, dass es ihm sehr gut gelungen ist, die isländische Atmosphäre einzufangen und die ungewöhnliche Geschichte glaubhaft zu vermitteln. Obwohl viele tragische Untertöne mitschwingen bleibt "Möwengelächter" an sich eine schwarze Komödie. Der Feminismus spielt hier eine grosse Rolle - Die Stärken und Schwächen der Frauen werden dabei "märchenhaft" erzählt. Die Schauspieler geben eine gelungene Vorstellung ab und machen den Film zu einem "kleinen Erlebnis".
Die technischen Daten
Ländercode 2
Originaltitel: Mávahlátur
Land/Jahr: Island/GB/D 2001
Laufzeit: 110 Minuten
Sprache: Isländisch DD 2.0, Deutsch DD 2.0
Untertitel: Deutsch (aus lizenzrechtlichen Gründen in der Originalfassung nicht ausblendbar)
Bildformat: 16:9 anamorph
Regie: Ágúst Guðmundsson
Darsteller: Margrét Vilhjálmsdóttir, Heino Ferch, Ugla Egilsdóttir, Hilmir Snær Guðnason, Kristbjörg Kjeld
FSK: ab 12 Jahren
Preis: ca. 15 Euro
Die Bewertung
Film: 84
Bild: 88
Ton: 92
Extras: 65
Gesamt: 82 |